Der Große Riemenfisch ist eines der faszinierendsten Geschöpfe der Tiefsee. Mit bis zu elf Metern Länge und seiner schlangenartigen Gestalt ist er selten zu sehen – und inspiriert nun die Wissenschaft.
Forscher der Cornell University (USA) haben die Rückenflosse dieses außergewöhnlichen Fisches genau untersucht. Dabei kombinierten sie anatomische Präparationen mit Röntgen- und Computertomografie-Aufnahmen. 401 einzelne Flossenstrahlen wurden bei einem Exemplar gezählt, heißt es auf scinexx.de. Jeder einzelne sitzt an einem Kugelgelenk und wird durch sechs Muskeln bewegt – ähnlich einem Joystick.
Das Besondere: Die Strahlen können sich in alle Richtungen drehen. So entstehen Wellenbewegungen entlang der Flosse, die den Fisch antreiben, ohne dass der Körper stark schwingen muss.
„Die Flossenstrahlen sind unglaublich beweglich“Prof. William E. Bemis Cornell University
Der Fisch kann damit sogar senkrecht im Wasser stehen.
Für die Robotik ist das hochinteressant: Ein Antrieb nach diesem Vorbild könnte große Messroboter im Meer präzise steuern – ohne laute Schiffsschrauben.
Das wäre ideal für die Beobachtung empfindlicher Meerestiere. "Wir glauben, dass ein naturähnlicher Ansatz besser mit Fischen harmonieren würde", so Robotikforscher Rob Shepherd. Ein fertiger Roboter existiert allerdings bisher nicht.