"Enormer Wert"

Riesiger Schatz aus der Donau bleibt unter Verschluss

Eine Tonne Eisen, genug für 500 Schwerter: Europas größter Fund eisenzeitlicher Eisenbarren begeistert Fachleute, bleibt aber unter Verschluss.
Newsdesk Heute
22.09.2026, 14:05
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der Fund sorgte europaweit für Aufsehen, doch wer den "rostigen Schatz" aus der Donau sehen will, braucht weiter Geduld. Die rund 2.300 Jahre alten Eisenbarren aus Deinham bei Hartkirchen bleiben vorerst unter Verschluss.

Wie der ORF Oberösterreich berichtet, lagert der Sensationsfund derzeit in einem Depot der Landeskultur GesmbH in Linz. Eine Ausstellung ist aktuell nicht geplant, die Forschung an den Eisenbarren geht weiter.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Entdeckt wurden die merkwürdigen Eisen-Objekte bereits 2019 bei Kiesabbauarbeiten in Oberösterreich. Mitarbeiter eines Kieswerks erinnerten sich laut Bericht noch genau an den Moment, als die Teile auf der Baggerschaufel auftauchten.

Eine Auswahl an Eisenbarren aus Deinham, die für eine Weiterverarbeitung bestimmt waren.
Andreas Blaickner/Markus Staudt/Universität Innsbruck

"Die Form und Stückanzahl sind uns aufgefallen. Dann haben wir vermutet, dass ein Schiff gefahren und untergegangen ist", erzählt Radlader-Fahrer Fritz Mahringer. Rasch war klar: Das ist kein gewöhnlicher Schrottfund.

Das Bundesdenkmalamt wurde eingeschaltet, der Schatz aus der Eisenzeit geborgen. Insgesamt geht es um rund 500 Eisenbarren mit einem Gesamtgewicht von etwa 1.000 Kilo. In dieser Dimension gilt der Fund als außergewöhnlich.

Archäologin Jutta Leskovar beschreibt die Bedeutung deutlich: "Und in dieser Menge ist das etwas sehr Ungewöhnliches, das es in ganz Europa nicht gibt." Die Barren wurden in den vergangenen Jahren von Archäologen um Peter Trebsche an der Universität Innsbruck einzeln untersucht und vermessen. Ihre Ergebnisse wurden im Fachjournal "Antiquity" veröffentlicht.

Schon zuvor hatten Fachleute erklärt, dass die Eisenmenge gereicht hätte, um ungefähr 500 Schwerter herzustellen. Die Objekte stammen aus der La-Tène-Zeit, also aus der Mitte des 5. bis zum 1. Jahrhundert vor Christus. Der Fund wirft damit ein neues Licht auf Eisenproduktion, Handel und Transportwege vor rund 2.300 Jahren.

Besonders spannend bleibt die Frage, wohin die Ladung unterwegs war. Laut Expertin ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Barren für den Linzer Raum bestimmt waren. "Man kann sich schon vorstellen, dass dieses Schiff eigentlich nach Linz hätte fahren sollen", sagt Leskovar.

red,22.09.2026, 14:05