Was da aus dem Wasserhahn kommt, sorgt für Ekel und Angst: In Trieben kämpft eine Familie seit über einem Jahr mit braunem, teils orangefarbenem Leitungswasser – jetzt ist der Streit mit der Gemeinde voll eskaliert – berichtet die "Kleine Zeitung".
Alles begann laut Familie Schauer mit einem Rohrbruch im Jänner des Vorjahres. Durch einen Riss sei dauerhaft schmutziges Wasser aus der Leitung gekommen. Weil Frost herrschte, habe die Gemeinde das Problem erst Monate später beheben können. Erst Ende Mai wurde das Rohr repariert – und dabei zeigte sich: innen komplett verrostet.
"Wir haben geglaubt, jetzt passt’s", erzählt Martin Schauer. Tatsächlich komme aber bis heute mehrmals im Monat verfärbtes Wasser aus dem Hahn. Für ihn und seine Partnerin Jasmin Krumfuß ist klar: Das Problem sitzt tiefer. Sie vermuten eine weitere alte, rostige Leitung im Netz.
Die Folgen sind massiv. Geräte wie Wasserfilter und Druckregler seien beschädigt worden. Die Kosten wollte die Familie ersetzt bekommen – doch bei der Gemeinde sei man abgeblitzt. "Man hat sich nur quergestellt", so Krumfuß.
Dazu kommt die Belastung im Alltag. Die Mutter ist laut eigenen Angaben mittlerweile in Behandlung. Die Kinder (3 und 8) hätten Angst vorm Duschen. Auch Nachbarn berichten laut Familie von ähnlichen Problemen. Jetzt beschäftigt der Fall das Gericht. Eine Anwältin brachte Klage ein, das Bezirksgericht stellte einen Zahlungsbefehl über rund 3.700 Euro aus. Brisant: Die Gemeinde reagierte offenbar zu spät. Der Einspruch gegen den Bescheid soll erst nach Ablauf der Frist erfolgt sein.
Für FPÖ-Vizebürgermeister Reinhold Fritz ein Skandal. Er wirft dem Bürgermeister vor, Fristen verschlafen zu haben, und brachte eine Beschwerde ein.
Der Bürgermeister selbst weist alle Vorwürfe zurück. Es handle sich um ein laufendes Verfahren. Man habe alles versucht, die Situation zu lösen. Außerdem gebe es klare Testergebnisse: Mehrere Untersuchungen hätten Trinkwasserqualität bestätigt. Auch bei Nachbarn seien die Proben unauffällig gewesen. Ob aus dem braunen Wasser am Ende auch noch ein politischer Wirbel wird, entscheidet jetzt das Gericht.