Zwei Stunden Wartezeit

Run auf Gold! Wiener stehen bei Minusgraden an

In der Wiener Landstraße stand eine "Heute"-Leserin am Montag zwei Stunden lang in der Schlange, um Gold anzukaufen. Sie war nicht die Einzige.
Maxim Zdziarski
05.01.2026, 15:43
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Dichte Menschentrauben trotz klirrender Kälte: Am Montag bildeten sich lange Warteschlangen vor dem Store der "Münze Österreich" in der Wiener Landstraße. Dutzende Wiener wollten offenbar ihr Geld in Gold und Edelmetallen anlegen – ein klassisches Kriseninvestment.

"Wir haben zwei Stunden in der eisigen Kälte gewartet – obwohl wir nur etwas abholen wollten", berichtet eine Wienerin im "Heute"-Talk. Besonders ärgerlich für die Leserreporterin: Nur zwei Schalter waren laut ihr geöffnet, während sich die Schlange draußen wie drinnen weiter verlängerte.

Gold als sicherer Hafen

Warum es ausgerechnet am Montag zu diesem Ansturm kam, ist nicht ganz klar. Fest steht aber: Gold bleibt gefragt. Wie Pressesprecherin Mag. Eva-Maria Klement von der "Münze Österreich" im "Heute"-Talk bestätigt, ist der Oktober 2025 ein sehr starker Monat gewesen, im November habe die Nachfrage etwas nachgelassen. Allerdings sei diese im Dezember wieder stark angestiegen. In der Vorweihnachtszeit spiele zudem der Geschenkeffekt eine Rolle – beliebt seien vor allem die Wiener Philharmoniker und Goldbarren.

Ein weiterer Treiber: der deutlich gestiegene Goldpreis. Dieser liege weiterhin auf hohem Niveau und man erwarte, "dass das auch so bleiben wird".

Österreichs Gold-Reserven lagern hier im Geheim-Bunker

Blick auf 2026: Gold und Silber hoch im Kurs

Auch für 2026 rechnet man mit anhaltendem Interesse. Die Erfahrung zeigt: Krisen begünstigen das Kaufverhalten. "Sobald weltweit etwas passiert, entscheiden sich viele Menschen wieder für Gold oder andere Edelmetalle", heißt es. Denn vor allem in Krisenzeiten sind Edelmetalle für viele ein "sicherer Hafen", um das ersparte Geld zu investieren.

Die Preiserwartungen für Gold liegen derzeit zwischen 3.750 und 5.000 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm). Bereits im Oktober hatte der Goldpreis in London mit 4.381 Dollar ein Rekordhoch erreicht – zu Jahresbeginn (2025) lag er noch bei rund 2.600 Dollar.

Auch 2026 dürften Zentralbanken eine Schlüsselrolle spielen. Laut Prognosen setzen sie ihre Strategie fort, nationale Reserven verstärkt in Gold umzuschichten – ein Faktor, der den Preis weiter stützen könnte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Silber: Nach einer langen Rallye wird für das kommende Jahr zwar eine Phase der Beruhigung erwartet, größere Ausschläge bleiben jedoch möglich. Sollte Gold weiter steigen, dürfte Silber nachziehen. Für 2026 rechnen Experten mit Preisen zwischen 43 und 62 Dollar pro Unze – erst kürzlich wurde mit 59,33 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } Akt. 05.01.2026, 15:57, 05.01.2026, 15:43
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