Eine gewaltige Staubwolke aus der Sahara hat erneut Europa erreicht - bis Mittwochabend könnte der sandige Schleier hierzulande für Husten, Halskratzen, brennende Augen und verstopfte Nasen sorgen. Gefährdet sind vorwiegend empfindliche Menschen wie Senioren, Kinder und Asthmatiker.
Gesundheitsbehörden raten daher, in stark betroffenen Regionen in Ostösterreich körperliche Anstrengung im Freien vorübergehend zu reduzieren.
Meteorologische Ereignisse wie die gegenwärtige Wüstensand-Wolke könnten in Zukunft häufiger werden, warnen Forscher. Neue Klimasimulationen zeigen: Die Emissionen von Saharastaub könnten in Europa - und damit auch in Österreich - bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 13 Prozent steigen.
Forscher gehen davon aus, dass der Klimawandel diese Entwicklung zusätzlich antreiben werde. Ein sich erwärmendes Mittelmeer könnte etwa den westafrikanischen Staubmonsun weiter nach Norden verschieben. Dadurch entstünden dann häufiger Bedingungen, die staubproduzierende Gewitter in der Sahara begünstigen.
Der Großteil des Saharastaubs entsteht durch sogenannte "versteckte Gewitter" hoch über der Wüste. Diese besonderen Stürme wirbeln große Mengen feiner Partikel auf, die anschließend in große Höhen transportiert werden und so weite Strecken zurücklegen können, wie Forscher in einer neuen Studie nachwiesen.
Erreicht der Staub aus der afrikanischen Wüste schließlich Europa, verändert er auch den Himmel: Die winzigen Partikel streuen vorwiegend blaues Licht, während rote und orange Farbtöne stärker durchdringen. Das sorgt oft für besonders intensive und spektakuläre Sonnenuntergänge.
Wüstenstaubtransporte entstehen - unabhängig von der Klima-Erwärmung - hauptsächlich im Frühling. Dann treffen bereits aufgeheizte Sahara-Winde auf noch schneebedeckte Gebirge in Europa. Der starke Temperatur-Unterschied kann kräftige Tiefdruckgebiete entstehen lassen, die den Staub weit nach Norden tragen.