Francesco Totti hat in seiner Karriere zahlreiche schwierige Momente erlebt. Doch nichts bereitete dem italienischen Fußball-Helden so viel Angst wie eine Covid-Erkrankung im November 2020.
Nur wenige Wochen nach dem Tod seines Vaters infizierte sich der damals 44-Jährige mit dem Coronavirus. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich derart, dass er seine Kinder anrief und ihnen sagte, dass er möglicherweise nicht überleben werde.
In seiner im September erschienenen Autobiografie "Oltre" schildert der mittlerweile 50-Jährige die dramatischen Ereignisse. "Anfangs habe ich die Situation nüchtern betrachtet. Dann aber habe ich angefangen, mir in die Hose zu machen. Ich hatte verdammte Angst, so wie mein Vater zu sterben", schilderte die Roma-Legende.
Sein Vater Enzo war im Oktober 2020 im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Als Totti kurz darauf selbst Fieber, Husten und schwere Atemprobleme bekam, wurden die Erinnerungen an den Verlust besonders belastend.
In seiner Angst griff der ehemalige Roma-Kapitän zum Telefon und kontaktierte seine Kinder. "Vielleicht schaffe ich es nicht", sagte er ihnen. Zunächst glaubten sie, ihr Vater würde scherzen. Doch Totti machte deutlich, wie ernst die Situation war: "Glaubt mir, ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte."
Im Krankenhaus in Rom stellten die Ärzte eine beidseitige Lungenentzündung fest. Besonders besorgniserregend war seine Sauerstoffsättigung, die auf nur noch 88 Prozent gesunken war.
Trotz der ernsten Diagnose wollte Totti nicht im Spital bleiben. Die Angst, wie sein Vater zu sterben und seine Familie nicht mehr sehen zu können, war zu groß. "Ich will nicht so enden wie mein Vater. Wenn ich sterben muss, dann will ich zu Hause sterben, nicht hier eingesperrt, ohne meine Kinder noch einmal zu sehen."
Während sich Totti zu Hause auskurierte, erhielt er unerwartete Unterstützung. Pier Silvio Berlusconi, Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, bot ihm an, nach Mailand zu fliegen und sich dort vom Arzt Alberto Zangrillo behandeln zu lassen.
Der ehemalige Stürmer lehnte die Reise zwar ab, nahm aber telefonisch medizinischen Rat entgegen. Zangrillo empfahl ihm unter anderem, in Bauchlage mit ausgestreckten Armen zu schlafen.
Totti reagierte mit einer ungewöhnlichen Frage: "Also wie Jesus am Kreuz?" In den folgenden Tagen besserte sich sein Zustand. Das Fieber ging zurück, seine Sauerstoffsättigung stieg schließlich wieder auf 99 Prozent.