Geldregen dank Höchstgericht?

Schamanen-Clan kassiert wohl weitere 6 Millionen Euro

Millionen im Tresor, die Haupttäterin weiter flüchtige. Doch dank eines OGH-Urteils könnte der verurteilte Clan bald sechs Mio. Euro zurückbekommen.
07.11.2026, 21:20
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Geldbündel, kiloweise Goldmünzen und Luxusuhren im Millionenwert tauchten in der Schamanen-Villa in Maria-Enzersdorf (NÖ) hinter einer Geheimtüre im Kleiderschrank und unterm zubetonierten Swimmingpool auf – wir berichteten.

Mit angeblich reinigenden Ritualen und erfundenen Flüchen sollen die selbst ernannten Schamaninnen "Amela" und "Anna" jahrelang gutgläubige Opfer um ein Vermögen gebracht haben. Während Hauptschamanin Mariana M. (45) weiterhin wie weggezaubert ist, wurden ihr Ex-Mann Dejan M. (47), Sohn Francesco M. (30) und Schwiegertochter Dona D. (30) im Dezember 2025 vor dem Straflandesgericht (nicht rechtskräftig) verurteilt.

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Am 16. November steht nach intensiven Rechtsstreitigkeiten bis zum Obersten Gerichtshof am Wiener Landesgericht nun das große Finale in der unglaublichen Betrugs-Causa am Programm – die Berufungsverhandlung. Dabei geht es weniger um die (größtenteils bereits verbüßten) Strafen, sondern viel mehr um das Vermögen der Familie. Vier Millionen Euro und zwei Millionen Schweizer Franken könnten endgültig zur Familie zurückfließen.

Zur Erinnerung: Bei der Razzia in der Familienvilla hatten Ermittler rund zwölf Millionen Euro sichergestellt. Doch nur rund 1,8 Millionen Euro konnten eindeutig Betrugsopfern zugeordnet werden, manches Opfer war längst verstorben oder meldete den erlittenen Schaden nie. Dennoch konfiszierte das Gericht Millionenvermögen ungeklärter Herkunft rigoros. Besonders für das Familienoberhaupt ein traumatischer Moment, bei dem er laut schluchzend in Tränen ausbrach – wir berichteten.

Doch sein Weinen zeigte Wirkung: Denn die "Creme de la Creme" der Strafverteidiger hatte mit der eingelegten Nichtigkeitsbeschwerde durchaus Erfolg: Philipp Wolm, Nikolaus Rast mit Kanzlei-Kollege Michael Babic sowie MPW-Frontmann Alexander Prenner beschwerten sich erfolgreich bis zum OGH. Und der entschied vor wenigen Wochen, dass eine pauschale Haftung sämtlicher Familienmitglieder für das sichergestellte Vermögen nicht zulässig sei.

Nun geht es am 16. November ums restliche Geld. "Es wurde stets gut gewirtschaftet in der Familie, schon der Großvater hatte vier Millionen Euro am Konto", argumentieren die Verteidiger für die Rückzahlung. Fix ist: Der Kampf um die Millionen neu eröffnet. Und: ein großzügiger Geldregen für die verurteilte Betrügerbande gilt als sehr wahrscheinlich.

ct, 07.11.2026, 21:20
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