Donnerstagabend, es war etwa 18.30 Uhr. Sebastian K. fährt von der Arbeit heim nach Wien-Wieden, will gerade mit dem Lift von der Garage in seine Wohnung fahren. Doch dann entdeckte der Wiener im Stiegenhaus seines Wohnhauses in der Schaumburgergasse Drogenutensilien am Boden: "Eine benutzte Spritze lag auf den Fliesen, an der Wand waren noch Blutspuren zu sehen", sagt er im Gespräch mit "Heute".
Der 40-Jährige, der in der Finanzbranche arbeitet, griff sofort zum Telefon und alarmierte die Polizei.
Die Beamten waren rasch vor Ort, kontrollierten sowohl das Stiegenhaus als auch die Garage. Eine verdächtige Person konnten sie allerdings nicht mehr antreffen. Ihm wurde erklärt, solche Einsätze seien kein neues Phänomen.
Sebastian K. liest immer öfter von kriminellen Vorfällen in seinem Grätzl: "Seit einiger Zeit sinkt das subjektive Sicherheitsgefühl hier im vierten Bezirk", sagt er.
Die Schaumburgergasse liegt in einer gehobenen Gegend. Direkt gegenüber befindet sich die Zentrale der Wirtschaftskammer Österreich, das noble Palais Schaumburg liegt am oberen Ende, Diplomaten und viele leitende Angestellte wohnen hier.
Laut Sebastian K. berichten auch Freunde von ähnlichen Erlebnissen. In deren Wohnhäusern in der Graf-Starhemberg-Gasse – das ist die erste Parallelgasse – würden sich immer wieder Menschen aus dem Drogenmilieu aufhalten und im Stiegenhaus Drogen konsumieren.
"Wir haben alle Kinder im Kindergarten oder im Volkschulalter und ich verstehe alle, die jetzt ein mulmiges Gefühl haben, nachmittags nach Hause zu kommen", so der Wiener.
"Heute" fragte bei der Wiener Polizei nach: "Grundsätzlich kann insbesondere aufgrund der derzeitigen Witterungsverhältnisse nicht ausgeschlossen werden, dass es zu vereinzelten Vorfällen kommt", heißt es.
Die Polizei betont zudem, dass die betroffene Adresse keineswegs als Problemzone bekannt sei, sie sei "als eher unauffällig einzustufen".
Sebastian K. sieht noch ein weiteres Problem in der Nachbarschaft. An der Ecke Schaumburgergasse und Rainergasse stehe seit rund einem Jahr eine Baustelle still. Nach dem Aufstellen des Gerüsts seien die angekündigten Sanierungsarbeiten laut dem Wiener bald zum Erliegen gekommen.
Er befürchtet, dass das leerstehende Gebäude Menschen anziehen könnte, die dort unbefugt Unterschlupf suchen. Auch die Bezirksvorsteherin ist über die Sorgen bereits informiert, berichtet der 40-Jährige.