Ekel-Alarm in Wien-Mariahilf! Die einst hippe Gumpendorfer Straße verfällt immer mehr zum Drogen-Hotspot – je näher man zum Gürtel kommt, desto schlimmer wird es. Eine Bewohnerin klagt: Regelmäßig findet sie gebrauchte Spritzen, Müll und auch menschliche Fäkalien in ihrem Eingangsbereich.
Besonders besorgniserregend sei die Situation für Familien mit kleinen Kindern. "Mütter mit Kinderwagen müssen an diesen gefährlichen und unhygienischen Hinterlassenschaften vorbei", schildert eine Wienerin. Laut der Anrainerin wurden bereits Personen dabei beobachtet, wie sie den Hauseingang als Toilette benutzten.
"Gebrauchte Spritzen und anderer Abfall werden im Hauseingang zurückgelassen, außerdem wird dort die Notdurft verrichtet. Das sind untragbare Zustände", beklagt eine Wienerin gegenüber "Heute". Die Anrainer wünschen sich nun eine gemeinsame Lösung mit den zuständigen Stellen. Gefordert werden regelmäßige Kontrollen, die sichere Entsorgung gebrauchter Spritzen und klare Zuständigkeiten bei der Reinigung.
"Anrainer dürfen mit diesem Problem nicht allein gelassen werden", betont die Betroffene. Es müsse möglich sein, Menschen mit Suchterkrankungen zu unterstützen und gleichzeitig die Sicherheit und Hygiene für die Hausbewohner, insbesondere für Kinder, zu gewährleisten.
Auf "Heute"-Nachfrage betont ein Pressesprecher der Sucht- und Drogenhilfe, dass Beschwerden über Verschmutzungen und gebrauchte Spritzen sehr ernst genommen würden. Im betroffenen Umfeld seien die Reinigungsmaßnahmen bereits verstärkt worden.
So würden die Wiener Stadtgärten die Parks mindestens zweimal täglich säubern. Zusätzlich kontrolliere die Mobile Soziale Arbeit mehrmals täglich die Umgebung auf zurückgelassene Spritzen und andere Konsummaterialien. Auch die sogenannten "Sauberklauber" der Suchthilfe Wien seien an besonders belasteten Orten im Einsatz. Dabei handelt es sich um Klienten der Suchthilfe, die im Rahmen einer AMS-geförderten Maßnahme gefährliche Materialien und Abfälle einsammeln.
Der Pressesprecher verwies außerdem auf das Wiener Spritzentauschprogramm. Dabei werden gebrauchte Spritzen kostenlos gegen sterile getauscht. So werden 99,7 Prozent der ausgegebenen Spritzen wieder zurückgebracht und fachgerecht entsorgt. "Dennoch ist jede einzelne Spritze, die im öffentlichen Raum zurückbleibt, eine zu viel", erklärt er
Neben der Reinigung wird auch auf Sozialarbeit gesetzt. Mitarbeiter der Mobilen Sozialen Arbeit unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen, vermitteln Hilfsangebote und stehen gleichzeitig Anrainern sowie Hausverwaltungen bei Konflikten zur Seite.
Die Maßnahmen würden zudem wöchentlich gemeinsam mit Polizei, Wiener Linien, ÖBB und weiteren zuständigen Stellen überprüft und bei Bedarf angepasst. Ziel sei eine dauerhafte Entlastung der Menschen vor Ort. So wird dabei auf die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Polizei sowie sozialen und medizinischen Einrichtungen gesetzt.