Zeitnahe Schritte erwartet

Scharia-Recht – ÖVP macht Koalitionspartner Druck

Das Scharia-Recht hat in Österreich "keinen Platz", sagt VP-Ministerin Bauer. Sie erwarte sich diesbezüglich weitere Schritte aus dem Justizressort.
Newsdesk Heute
08.05.2026, 21:50
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Bereits seit dem 1. August des Vorjahres sind in Österreich Ehen zwischen Cousin und Cousine verboten, des Weiteren müssen beide Ehepartner volljährig sein. Dennoch kommt es bei Minderjährigen mit Migrationshintergrund – insbesondere Mädchen – immer wieder vor, dass sie während eines Aufenthalts in ihrem Herkunftsland zwangsverheiratet werden.

Später reisen die Betroffenen dann wieder als Ehemann und Ehefrau in Österreich ein. Die Dunkelziffer für sogenannte "Sommerferienehen" liegt bei etwa 200 Fällen pro Jahr. Demnach seien 5.000 Personen von einer solchen Zwangsehe betroffen. Dem will die Regierung nun einen Riegel vorschieben.

Entwurf vorgelegt

Bereits am Donnerstag hatte Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) den Koalitionspartnern ÖVP und Neos einen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem diese Eheschließungen von Minderjährigen im Ausland in Österreich ihre Gültigkeit verlieren – "Heute" berichtete. Laut der Justizministerin sei der Spielraum für Kinderehen damit endgültig geschlossen.

Das sieht der Entwurf vor:

  • Die Volljährigkeit beider Partner ist eine notwendige Voraussetzung für die Gültigkeit der Ehe.
  • Dies soll für jene Fälle eine zwingende Voraussetzung sein, in denen mindestens ein Ehepartner seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat.
  • In der Praxis bedeutet das: Die Staatsanwaltschaft kann eine Eheschließung mit einer minderjährigen Person und einem volljährigen Partner jedenfalls wegen Nichtigkeit anfechten, wenn einer der Partner:innen seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat.

Rechtliche Anpassungen gegen Scharia

Aus dem ÖVP-geführten Integrationsministerium zeigte man sich gegenüber "Heute" jedoch nicht ganz zufrieden. Die zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) begrüße zwar, dass Justizministerin Sporrer "nun endlich" einen Entwurf vorlegt, dennoch gelte es nun "weitere Lücken zu schließen".

Damit seien Anpassungen im internationalen Privatrecht gemeint. Diese sollen sicherstellen, dass das Scharia-Recht in Österreich nicht zur Anwendung kommt. Hier sei das Justizressort offenbar säumig geblieben.

"Wer in Österreich lebt, hat sich an unsere Gesetze und Werte zu halten", betonte Bauer. Laut der ÖVP-Politikerin habe das Scharia-Recht hierzulande "keinen Platz". Die Integrationsministerin erwarte sich hier eine zeitnahe Rückmeldung von Sporrer.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.05.2026, 21:53, 08.05.2026, 21:50
Jetzt E-Paper lesen