IKG fordert Rücktritt

Schock-Video: Druck auf Israels Polizeiminister steigt

Nach der Demütigung von Gaza-Aktivisten wächst der Druck auf Israels Polizeiminister Ben-Gvir. Italien verlangt nun EU-Sanktionen.
Nick Wolfinger
21.05.2026, 22:40
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Die internationale Aufregung um Israels rechtsextremen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir wird immer größer. Nachdem er ein Video veröffentlicht hatte, in dem er gefesselte Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte demütigt, hagelt es international Rücktritts- und sogar Sanktionsaufrufe.

Zahlreiche europäische Länder haben Israels Botschafter einbestellt, darunter Österreich. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bezeichnete Ben-Gvirs Verhalten am Mittwoch als "absolut inakzeptabel". Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Österreich, Oskar Deutsch, rief Ben-Gvir zum Rücktritt auf. Italiens Außenminister Tajani fordert nun sogar EU-Sanktionen.

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Gefesselte Aktivisten schikaniert

Ben-Gvir hatte die in internationalen Gewässern festgenommenen 400 Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte in einem Video verspottet. "Willkommen in Israel, wir sind die Herren des Hauses", sagte er darin. Zu sehen waren auch tätliche Angriffe gegen zumindest einen Aktivisten. Die Bilder sorgten europaweit für Empörung.

Sogar aus Israel selbst kam ungewöhnlich scharfe Kritik. Außenminister Gideon Saar distanzierte sich öffentlich von seinem Regierungskollegen. Auch Premier Benjamin Netanjahu erklärte, das Verhalten entspreche nicht den "Werten und Normen" Israels.

Italien fordert EU-Sanktionen

Mehrere europäische Staaten bestellten inzwischen israelische Botschafter ein. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni fordert nicht nur die Freilassung italienischer Staatsbürger, sondern auch eine offizielle Entschuldigung. Außenminister Antonio Tajani habe darüber hinaus eine formelle Anfrage an EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gestellt, über EU-Sanktionen gegen Ben-Gvir zu beraten, wie er am Donnerstag auf X mitteilte.

Österreicher sind frei

Auch Österreich reagierte. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sprach von "absolut inakzeptablen" Szenen. Unter den Festgenommenen befanden sich auch drei Österreicher – sie wurden am Donnerstag nach Istanbul ausgeflogen.

"Jüdische Werte verraten"

IKG-Präsident Oskar Deutsch forderte am Donnerstag offen den Rücktritt von Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Der Minister habe Israel mit seinen Provokationen "zur Zielscheibe gemacht" und jüdische Werte verraten. "Minister Ben-Gvir ist inakzeptabel. Punkt", schrieb Deutsch auf Facebook.

Besonders deutlich wurde er bei der Einordnung der Bilder. Zwar seien die Aktivisten der Gaza-Flottille "keine Unschuldslämmer", dennoch habe Ben-Gvir sie mit seinem Verhalten zu Opfern gemacht. Der IKG-Präsident warnte davor, dass der Minister Israel "Tag für Tag ins Abseits" führe. Selbst Premier Benjamin Netanjahu habe sich bereits von der Aktion distanziert - das allein reiche laut Deutsch aber nicht mehr aus.

Die Gaza-Hilfsflotte war von Israel gestoppt worden. Die Aktivisten wollten Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen und die israelische Seeblockade durchbrechen. Israel wirft den Organisatoren dagegen politische Inszenierung vor.

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