Die extreme Hitze dieses Sommers hat in Österreich dramatische Folgen. Wie das aktuelle Hitze-Mortalitätsmonitoring der AGES zeigt, wurden für Juni und Juli 2026 insgesamt 646 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Damit wurde der höchste Wert seit Beginn der vorliegenden Vergleichsreihe erreicht.
Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Jahres 2025 waren es 284 Hitzetote, 2024 wurden 570 Todesfälle geschätzt. Der bisherige Höchstwert der Jahre 2017 bis 2025 lag damit deutlich unter dem heurigen Ergebnis. Bei den Zahlen handelt es sich um Schätzungen der hitzebedingten Übersterblichkeit.
Wie außergewöhnlich der Sommer war, zeigen auch die Temperaturdaten. Bereits im Juni erreichte oder überschritt rund die Hälfte der 277 Wetterstationen in Österreich die Marke von 35 Grad. An 46 Stationen wurden Tageshöchstwerte von mindestens 38 Grad gemessen, an 15 Stationen sogar 39 Grad oder mehr.
Im Juli folgte der nächste Rekord: Mit 40,3 Grad wurde der bisherige österreichische Allzeit-Julirekord aus dem Jahr 1983 deutlich übertroffen. Die beispiellose Hitzewelle Anfang August, im Zuge derer der neue Allzeitrekord von 41,2 Grad aufgestellt wurde, ist bei diesen Zahlen noch gar nicht dabei.
Die hohen Temperaturen treffen aber nicht nur einzelne Menschen. Sie werden zunehmend auch zur Belastungsprobe für das österreichische Gesundheitssystem. Eine neue Analyse der Gesundheit Österreich GmbH untersucht erstmals österreichweit, wie stark Krankenanstalten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten von Hitze betroffen sind.
Die Zahlen für den heurigen Sommer sind deutlich: Bis Ende Juli waren bereits mehr als 70 Prozent der untersuchten Krankenanstalten sowie Senioren- und Pflegeeinrichtungen mit mindestens 20 Hitzetagen konfrontiert. Bei den Primärversorgungseinheiten waren es sogar 80 Prozent.
Rund ein Viertel aller untersuchten Einrichtungen war bis dahin bereits mindestens 30 Hitzetagen ausgesetzt. Im langjährigen Durchschnitt gelten 246 von insgesamt 1.239 untersuchten Gesundheitseinrichtungen als stark hitzebelastet.
"Wir müssen bei Hitze nicht nur auf die Zahl der Hitzetoten schauen. Wir müssen auch darauf schauen, was die zunehmende Hitze für unser Gesundheitssystem bedeutet", warnt Gesundheitsministerin Korinna Schumann.
Das Ministerium will nun genauer herausfinden, wo die größten Problemstellen liegen und welche Einrichtungen besonders betroffen sind. Dafür werden die Standorte der Gesundheitseinrichtungen mit Daten zur Hitzebelastung verknüpft.
"Die Daten schaffen dafür erstmals eine österreichweite Grundlage", so Schumann. Daraus sollen gezielte Maßnahmen abgeleitet werden, um das Gesundheitssystem besser gegen extreme Hitze zu wappnen.