117 tote Hunde, viele mit Schussverletzungen: Diesen Schockfund machten Ermittler auf dem Gelände des Tierheims Miranda's Rescue Animal Sanctuary in Kalifornien. Dabei bezeichnet sich die Einrichtung eigentlich als "No-Kill-Tierheim".
Die Ermittler befürchten, dass die 117 Opfer nur die Spitze des Eisbergs sein könnten. In einer Scheune, die als mutmaßlicher Tatort gilt, fanden sie mehr als 600 Hundehalsbänder. Gleichzeitig ergaben die Ermittlungen, dass Hunderte Hunde an Miranda's Rescue übergeben wurden. Ein erheblicher Teil dieser Tiere konnte bis heute nicht aufgespürt werden.
Die Ermittlungen laufen seit April. Weil zahlreiche Hunde als vermisst gelten, durchsuchten Ermittler das Gelände Ende Juni erneut. Mithilfe von Bodenradar suchten sie gezielt nach mutmaßlichen Massengräbern und gruben an Stellen, an denen Auffälligkeiten im Erdreich festgestellt worden waren.
Aus zwei Grabungsstätten bargen die Einsatzkräfte schließlich die Überreste von 117 Hunden. Zusätzlich wurden 21 Hundeschädel, Hunderte Knochen sowie sechs lose Mikrochips entdeckt. Weitere tote Hunde fanden die Ermittler ebenfalls, ließen sie wegen ihres weit fortgeschrittenen Verwesungszustands jedoch im Boden.
70 der geborgenen Hunde wurden noch vor Ort geröntgt. Dabei entdeckten die Ermittler bei vielen Tieren Projektilreste. Forensische Tierärzte gehen deshalb davon aus, dass zahlreiche Hunde durch Schüsse getötet wurden. Alle Kadaver wurden als Beweismittel sichergestellt. Die Daten der gefundenen Mikrochips werden nun ausgewertet, um die Tiere identifizieren zu können.
Besonders brisant: Die Einrichtung warb eigentlich damit, ein sogenanntes No-Kill-Tierheim zu sein – also als Tierheim, in dem Tiere grundsätzlich nicht eingeschläfert werden, um Platz zu schaffen
An den Ermittlungen sind neben dem Sheriffbüro unter anderem das FBI sowie mehrere Bundes- und Landesbehörden beteiligt. Sheriff William Honsal sprach von einem "schrecklichen Szenario". "Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. Es gilt, eine enorme Menge an Daten auszuwerten, Zeugen zu befragen und Beweismittel zu untersuchen", erklärte er.
Miranda's Rescue weist die Vorwürfe zurück. Das Tierheim erklärte, die Berichterstattung und Kommentare im Internet würden ein "unvollständiges und in einigen Fällen unzutreffendes Bild" der Arbeit der Einrichtung vermitteln.
In dem Kommentarspalten des Sheriff-Büros zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Viele User weisen daraufhin, dass man "die ganze Familie" des Tierheimbetreibers näher unter die Lupe nehmen sollte und auch auf Grundstücken von Familienmitgliedern Nachschau halten sollte.
Ob die 117 ausgegrabenen Hunde tatsächlich nur einen Teil der Opfer darstellen, müssen die laufenden Ermittlungen zeigen. Der Fund von mehr als 600 Hundehalsbändern am mutmaßlichen Tatort lässt jedoch befürchten, dass das wahre Ausmaß des Falls noch deutlich größer sein könnte.