WM 2022

Schon wieder Grüppchenbildung im DFB-Team

Im deutschen Nationalteam rumort es. Nach der 1:2-Pleite beim WM-Auftakt gegen Japan steht die DFB-Elf bereits gegen Spanien unter Druck. 
Heute Redaktion
25.11.2022, 23:05
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Es war alles andere als ein Auftakt nach Maß. Die Weltmeister von 2014 legten auch bei der Wüsten-WM in Katar einen Bauchfleck hin, schenkten gegen Japan eine 1:0-Pausenführung her. Die Elf von Hansi Flick machte aus der drückenden Überlegenheit im ersten Durchgang zu wenig, verpasste die Entscheidung. Das rächte sich. Und könnte zu einem bitteren WM-Ende führen. Denn zum zweiten Mal in Folge droht das Vorrunden-Aus. Gegen Spanien muss am Sonntag ein Sieg her. Die "Furia Roja" präsentierte sich mit einem 7:0-Kantersieg gegen Costa Rica aber in Hochform.

Grüppchen wie vor vier Jahren

Da kamen schmerzhafte Erinnerungen an das Turnier vor vier Jahren in Russland auf, als der damals amtierende Weltmeister ebenfalls in der Gruppenphase ausschied. Auffällig nach der Pleite gegen Japan waren die gegenseitigen Schuldzuweisungen. Allen voran Führungstorschütze Ilkay Gündogan ließ mit einem vielbeachteten Interview aufhorchen, kritisierte damit einige Mitspieler. Am Freitag gab es deshalb im DFB-Camp eine Krisensitzung, die Spieler sprachen sich aus. 

Deutlich wird dabei, dass es wieder eine Grüppchenbildung gibt. Wie vor vier Jahren, als der sogenannte "Bayern-Block" gegen die "Bling-Bling-Fraktion" stand. Auch diesmal ist das deutsche Team kein eingeschworener Haufen, wie die "Bild" vermeldete. Auch diesmal heißt es nicht: "26 Freunde müsst ihr sein." 

Die Grüppchen im Team

Wieder ein großer Block ist die Bayern-Fraktion: Manuel Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Leroy Sané – sie alle spielen gemeinsam beim deutschen Serienmeister, hängen miteinander ab. Besonders eng befreundet sind aber Kimmich, Goretzka und Gnabry, während Müller und Neuer trotz ihrer Rollen als Kapitäne eher außen vor sind.

Ein Teil der Connection ist auch der frühere Bayern-Spieler Niklas Süle, der nun auch bei der Dortmund-Fraktion angedockt hat. In der finden sich auch Nico Schlotterbeck, Julian Brandt, Youssoufa Moukoko und Ex-Salzburg-Star Karim Adeyemi. Chelsea-Legionär Kai Havertz versteht sich auch mit Brandt besonders gut Dass vor allem die Bayern-Spieler Defensivpatzer der Dortmund-Stars kritisierten, soll ebenfalls zur angespannten Situation beigetragen haben. 

Gündogan gegen Jüngere

Ein Grüppchen bildet auch die Gladbach-Connection rund um Jonas Hofmann, Marc-Andre ter Stegen, Matthias Ginter und Freiburgs Christian Günter. Gündogan soll sich derweil mit Mario Götze und den BVB-Spielern gut verstehen. Ebenso mit Real-Star Antonio Rüdiger und Sané. Gleichzeitig bemängelte der Legionär von Manchester City auch den fehlenden Einsatz der – vorwiegend jüngeren – Spieler. "Keiner will den Ball haben", polterte Gündogan, meinte vor allem Havertz damit. 

Lukas Klostermann und David Raum aus Leipzig bilden eine Gruppe, nirgendwo so richtig zugehörig sind Thilo Kehrer, Niklas Füllkrug und Armel Bella-Kotchap, während Keeper Kevin Trapp gut mit Neuer befreundet ist. 

Die Sky-Videos aus dem Fußball

Das Problem im deutschen Team: an sich versteht sich jeder mit jedem, trotzdem bleiben die Grüppchen lieber unter sich. Das soll auch an der weitläufigen Unterkunft liegen, dort können sich die Spieler nämlich aus dem Weg gehen. Vom weltmeisterlichen Teamgefüge ist die DFB-Elf also weit entfernt. Ob sich das gegen Spanien ändert? Da braucht es jedenfalls eine Leistungssteigerung – nicht nur sportlich, sondern auch in der Kampfstärke...

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