Für 240.000 Wiener Kinder beginnt nun wieder der Schulalltag. Bürgermeister Michael Ludwig (SP) richtet zum Start persönliche Worte an Schüler, Lehrer und Eltern. "Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, dem gesamten Lehrpersonal und den Eltern einen schönen Schulstart", schreibt der Bürgermeister auf Facebook.
Gleichzeitig verbindet Ludwig seine Wünsche mit einer politischen Botschaft. Bildung sei eine "Herzensangelegenheit der Sozialdemokratie". Gute Bildung schaffe Chancengerechtigkeit und sei die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, so Ludwig. Der Bürgermeister postete auf seiner Seite auch ein Foto, das ihn als Schüler in Wien zeigt.
"Deshalb sorgen wir in Wien dafür, dass jedes Kind die besten Chancen bekommt – unabhängig von Herkunft, Einkommen der Eltern oder Wohnbezirk", so Ludwig. Der Bürgermeister verweist dabei auf mehrere Angebote der Stadt.
Dazu zählen die kostenfreie Ganztagsschule, individuelle Förderung, die gratis Wiener Lernhilfe sowie Inklusions- und sonderpädagogische Angebote. Dazu kommt der Chancenbonus für 228 Wiener Schulen. "Wer heute in unsere Kinder investiert, schafft die Grundlage für ein starkes, solidarisches und lebenswertes Wien von morgen", erklärt Ludwig.
Wie stark die Bildungschancen noch immer vom Elternhaus abhängen, zeigt laut SPÖ eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien (IHS). Demnach hat der Bildungshintergrund der Eltern besonders großen Einfluss auf den späteren Bildungsweg der Kinder.
Deutlich werden die Unterschiede nach der Volksschule: 65 Prozent der Kinder von Akademikern besuchen laut Studie eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, sind es hingegen nur elf Prozent. SPÖ-Gemeinderätin und Bildungsfraktionsvorsitzende Astrid Pany sieht darin einen klaren politischen Auftrag. "Weder der Kontostand noch die Herkunft dürfen darüber entscheiden, welche Türen sich später öffnen", erklärt sie.
Eine wichtige Rolle soll dabei die Ganztagsschule spielen. Wien hat das Angebot laut SPÖ innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als verdoppelt. Mehr als zwei Drittel der Schulanfänger in öffentlichen Volksschulen starten demnach heuer an einer Schule mit Tagesbetreuung.
Für Pany sollen diese Angebote nicht nur die Bildungschancen verbessern, sondern auch Eltern entlasten. Gemeinsames Lernen, Förderung und Freizeitgestaltung in der Schule könnten verhindern, dass der Erfolg eines Kindes davon abhängt, ob sich eine Familie teure Nachhilfe oder private Betreuung leisten kann.