Wiens Bildungspolitik stehet zum Schulstart im Fokus der Kritik. Anlass sind aktuelle Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zu Migration und Schule. Besonders die Deutschkenntnisse von Kindern sorgen für Diskussionen.
FPÖ-Klubobmann im Wiener Rathaus und Bildungssprecher Maximilian Krauss spricht von "alarmierenden" Daten und sieht drei zentrale Entwicklungen an Wiens Pflichtschulen.
Im Schuljahr 2025/26 wurden in Wien 50,9 Prozent der Schulanfänger aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler geführt. In der Vorschulstufe lag der Anteil sogar bei 82,1 Prozent.
Für Krauss ist das ein großes Problem: "Wenn jedes zweite Kind beim Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch für den Regelunterricht beherrscht, ist das jetzt ein massives bildungspolitisches Problem und gleichzeitig ein irreversibler Schaden für die kommende Generation", ist er sicher. Deutsch sei die Voraussetzung dafür, dem Unterricht folgen und Bildungsziele erreichen zu können.
Auch bei den Leistungen zeige sich laut den vorliegenden Zahlen ein Unterschied. Bei iKM PLUS (Anm., Kompetenzerhebnung) erreichten 41 Prozent der Kinder mit Deutsch als Erstsprache die Bildungsstandards in allen drei untersuchten Deutschbereichen. Bei Kindern ohne Deutsch als Erstsprache waren es zehn Prozent.
Auch die religiöse Zusammensetzung an öffentlichen Wiener Pflichtschulen thematisiert die FPÖ. Im Schuljahr 2025/26 hatten rund 42 Prozent der Schüler ein islamisches Religionsbekenntnis. Damit war der Islam die größte Religionsgruppe.
Rund 33 Prozent hatten ein christliches Religionsbekenntnis. Davon waren 17 Prozent römisch-katholisch und 14 Prozent orthodox. Rund 23 Prozent hatten kein Religionsbekenntnis. "Für diese Entwicklung braucht es keine Glaskugel mehr, sie ist bereits der Spiegel von Wiens Zukunft", so Krauss, der die Entwicklung von fünf Jahren und einem Plus von rund 10% als alarmierend kennzeichnet.
Auch bei der Umgangssprache liegt Wien deutlich über dem österreichweiten Wert. Zuletzt hatten 48,9 Prozent der Wiener Schüler eine nicht-deutsche Umgangssprache. In den Bezirken zeigen sich dabei große Unterschiede: In Favoriten lag der Anteil bei 73,9 Prozent, in Simmering und Ottakring bei rund 68 Prozent.
Krauss kritisiert angesichts dieser Zahlen die bisherige Bildungs- und Integrationspolitik: "Diese Zahlen müssen Anlass sein, die bisherigen Maßnahmen der pinken Bildungs- und roten Integrationspolitik dringend infrage zu stellen. Das Versagen geht Hand in Hand und lässt sich in Zahlen messen", so Krauss.
Die Wiener FPÖ will nun früher ansetzen. Krauss fordert Sprachfeststellungen bereits lange vor dem Schuleintritt. Außerdem spricht er sich für Sanktionen gegen Eltern aus, die ihre Kinder aus seiner Sicht nicht ausreichend beim Erwerb der notwendigen Fähigkeiten unterstützen.
"Entscheidend ist, dass Kinder beim Schuleintritt ausreichend Deutsch beherrschen und Schulen ihren Bildungsauftrag erfüllen können", so Krauss.