Wien steht beim Thema Deutschförderung vor einer besonderen Herausforderung. Im Schuljahr 2024/25 galten rund 20 Prozent der Wiener Schüler als außerordentliche Schüler, weil ihre Deutschkenntnisse für den Unterricht nicht ausreichten. Österreichweit lag der Anteil bei 4,4 Prozent.
Besonders deutlich wird die Situation bei den Jüngsten: Im Schuljahr 2025/26 galt in Wien mehr als die Hälfte der Schulanfänger der 0. und 1. Schulstufe aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler.
Wie stark der Deutschförderbedarf ausfällt, hängt auch davon ab, wo in Wien die Kinder zur Schule gehen. Bei den Schulanfängern reichte der Anteil im Schuljahr 2025/26 von rund 20 Prozent in Mariahilf bis zu 77 Prozent in Margareten.
Auch beim Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache zeigen sich große Unterschiede. Insgesamt lag dieser in Wien im Schuljahr 2024/25 bei knapp 49 Prozent. Damit hatte fast jeder zweite Schüler eine andere Umgangssprache als Deutsch. In Favoriten lag der Anteil sogar bei 74 Prozent. In der Inneren Stadt waren es hingegen 22 Prozent.
Österreichweit ist der Anteil der Schüler mit Deutschförderbedarf zuletzt leicht zurückgegangen. Im Schuljahr 2024/25 galten 4,4 Prozent aller Schüler aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler. An Volksschulen waren es knapp elf Prozent. Vier von fünf außerordentlichen Schülern besuchten eine Volksschule.
Auch im Bundesländervergleich liegt Wien deutlich vorne. Während österreichweit 26 Prozent der Schüler eine nicht-deutsche Umgangssprache haben, sind es in Wien knapp 49 Prozent.
Dahinter folgen Vorarlberg mit 25 Prozent und Salzburg mit 22 Prozent. Tirol und Kärnten weisen mit rund 17 Prozent die niedrigsten Anteile auf.
Das Factsheet des Österreichischen Integrationsfonds enthält auch Zahlen zum Religionsbekenntnis an öffentlichen Wiener Schulen. Im Schuljahr 2025/26 besuchten rund 114.000 Schüler öffentliche Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnische Schulen.
42 Prozent hatten ein islamisches Religionsbekenntnis und stellten damit die größte religiöse Gruppe dar. 33 Prozent gehörten einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, darunter 17 Prozent der römisch-katholischen und 14 Prozent der orthodoxen Kirche. 23 Prozent waren ohne Bekenntnis.
Je nach Schultyp unterscheiden sich die Zahlen: An Mittelschulen lag der Anteil der Schüler mit islamischem Religionsbekenntnis bei rund 49 Prozent, an Polytechnischen Schulen bei rund 47 Prozent. In Volksschulen waren es 39 Prozent.