Drogen-Brennpunkt Jedmayer

426 Rettungseinsätze beim Jedmayer – ÖVP schlägt Alarm

Beim Wiener Suchthilfezentrum Jedmayer schnellen die Rettungseinsätze in die Höhe: 2025 waren es mehr als dreimal so viele wie noch 2020.
Wien Heute
07.09.2026, 11:13
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Die Lage rund um die Wiener Suchthilfeeinrichtung Jedmayer sorgt erneut für politische Aufregung. Zahlen aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zeigen einen deutlichen Anstieg der Rettungseinsätze.

Waren es im Jahr 2020 noch 122 Einsätze, wurden 2025 bereits 426 registriert. Das entspricht einem Plus von 249 Prozent. Noch stärker stieg die Zahl der Krankenhauseinlieferungen: von 89 im Jahr 2020 auf 334 im Vorjahr – ein Anstieg um 275 Prozent. Als häufigsten einzelnen Einsatzgrund nennt die Stadt Vergiftungen beziehungsweise Überdosierungen.

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Entwicklung "kann niemand kleinreden"

Für die Wiener ÖVP sind die Zahlen ein Alarmzeichen. "Mehr als 400 Rettungseinsätze und fast jeden Tag ein Krankenhaustransport an einem Standort zeigen eine Entwicklung, die niemand mehr kleinreden kann. SPÖ-Stadtrat Hacker muss endlich erklären, wie es so weit kommen konnte und wie er diese Entwicklung stoppen will", kritisieren Gemeinderat Michael Gorlitzer, Sucht- und Drogensprecher der Wiener Volkspartei, und Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf.

Besonders sorgt bei der ÖVP die Antwort Hackers auf die Frage nach möglichen Konsequenzen für die Organisation und räumliche Verteilung der Suchthilfe für Kritik. Statt konkrete Veränderungen anzukündigen, verwies der Gesundheitsstadtrat laut ÖVP darauf, dass medizinische Notfälle professionell erstversorgt und anschließend an das Gesundheitssystem übergeben werden könnten.

ÖVP fordert wienweites Suchthilfekonzept

"Hackers Antwort auf immer mehr Notfälle lautet allen Ernstes: Die Rettung funktioniert. Das kann doch nicht der Anspruch einer verantwortungsvollen Sucht- und Drogenpolitik sein. Es reicht nicht, die Folgen einer dramatischen Entwicklung professionell zu versorgen. SPÖ-Stadtrat Peter Hacker und SPÖ-Drogenkoordinator Ewald Lochner müssen dafür sorgen, dass diese Entwicklung überhaupt eingedämmt wird", betonen Hammerer und Gorlitzer.

Die Dimension zeigen laut ÖVP auch weitere Zahlen: Allein 2025 gab es 42 Notarzteinsätze sowie 48 Rettungseinsätze mit Polizeibeteiligung rund um den Standort. Die beiden ÖVP-Politiker fordern daher einen Kurswechsel in der Wiener Suchtpolitik. "Seit Jahren wird die enorme Belastung rund um den Jedmayer beschwichtigt. Wien braucht endlich ein Wien weites Suchthilfekonzept, das die Konzentration von Angeboten hinterfragt und das Jedmayer-Grätzel nachhaltig entlastet", so Hammerer und Gorlitzer abschließend.

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