Es sind diese Momente, für die Sportler jahrelang trainieren. Maxwell "MEweedle" Ember sitzt im Chase Center in San Francisco und ist nur noch einen Wimpernschlag vom Pokémon-Weltmeistertitel entfernt.
Dann ist es scheinbar geschafft. 3:2. Weltmeister!
Zumindest für einen kurzen Moment.
Denn während MEweedle den vermeintlichen Triumph bereits vor Augen hat, greifen die Turnier-Offiziellen ein. Beim entscheidenden Pokémon-GO-Duell gegen den Japaner Hiroki "GGs489hiromaru" Yamauchi soll es ein technisches Problem gegeben haben.
Eine Attacke seines Gegners wurde offenbar nicht so ausgeführt beziehungsweise registriert, wie sie sollte. Die Schiedsrichter überprüfen die Situation – und treffen schließlich eine Entscheidung, die das komplette Finale auf den Kopf stellt.
Das entscheidende Spiel muss wiederholt werden.
Für MEweedle besonders bitter: Er hatte sich zuvor überhaupt erst zurückgekämpft.
Der Schweizer war über das Losers Bracket ins Grand Final gekommen und musste deshalb zunächst ein komplettes Best-of-Five gegen Yamauchi gewinnen, um das Finale zurückzusetzen.
Das schafft er.
Danach geht es endgültig um den WM-Titel. Und ausgerechnet auf den letzten Metern kommt es zum Technik-Drama.
Nach der Entscheidung der Officials müssen beide erneut ran. Diesmal kippt das Momentum: Yamauchi setzt sich durch und darf tatsächlich jubeln.
Nicht MEweedle, sondern GGs489hiromaru ist Pokémon-GO-Weltmeister 2026.
Für Japan ist es sogar ein historischer Triumph: Noch nie zuvor hatte ein japanischer Spieler den Pokémon-GO-Weltmeistertitel gewonnen.
Nach dem Finale wird in Teilen der Community allerdings nicht nur über den technischen Fehler diskutiert.
Einige Fans stellen die Frage, ob MEweedle selbst hätte erkennen und darauf hinweisen müssen, dass beim Gegner etwas schiefgelaufen war. Andere halten dagegen: Über technische Probleme und mögliche Wiederholungen zu entscheiden, sei Aufgabe der Turnierleitung – und nicht jene eines Spielers, der gerade um den größten Titel seiner Karriere kämpft.
Ein offizielles Fehlverhalten MEweedles wurde jedenfalls nicht festgestellt.
Die Schiedsrichter griffen ein, das Spiel wurde neu ausgetragen und am Ende setzte sich Yamauchi sportlich durch.
Damit bleibt für MEweedle ein besonders bitterer zweiter Platz. Offiziell wird der Schweizer in den Ergebnislisten hinter Yamauchi geführt.
Und vielleicht zeigt kaum ein anderes Finale dieser Weltmeisterschaft so brutal, wie schmal die Grenze zwischen Triumph und Niederlage sein kann.