Tierisches Déjà-vu

Schwimmt hier schon wieder ein Buckelwal in die Ostsee?

Eine dänische Touristenführerin filmte kürzlich erneut einen Buckelwal, der offensichtlich das Drama von "Timmy" wiederholt.
25.06.2026, 07:18
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Kaum ist das Kapitel um den Buckelwal "Timmy" abgeschlossen, sorgt bereits der nächste Fall für Aufsehen. In dänischen Gewässern wurde erneut ein Buckelwal gesichtet – Experten befürchten, dass auch dieses Tier schwer angeschlagen sein könnte.

Der Wal wurde am vergangenen Samstag im Kleinen Belt entdeckt. Die dänische Touristenführerin Linda Frølund Hansen beobachtete das Tier zufällig gemeinsam mit einer Gruppe von der Brücke Lillebæltsbroen aus. Eigentlich hielten sie Ausschau nach Schweinswalen, die dort regelmäßig zu sehen sind.

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Hautfarbe sieht nicht gut aus!

"Zunächst dachten wir, es sei die Spitze eines Ruderbootes", schilderte Hansen gegenüber der "Bild". Erst als sich das Objekt unter Wasser bewegte und wenig später zum Atmen an die Oberfläche kam, wurde klar: Unter der Brücke schwamm ein großer Wal. Die Gruppe beobachtete das Tier aus rund 55 Metern Höhe.

Der dänische Walexperte Carl Kinze vom Naturhistorischen Museum geht davon aus, dass es sich um einen Buckelwal handelt. Besorgt zeigt er sich allerdings über dessen auffallend helle Hautfarbe

„Die Hautfarbe sieht schrecklich aus und könnte auf einen Pilzbefall hindeuten“
Carl KinzeWalexperte, Naturhistorisches Museum

Timmy 2?

Die Brücke verbindet Jütland mit der Insel Fünen und liegt rund 150 Kilometer südlich von Anholt. Dort war Mitte Mai der tote Buckelwal "Timmy" angespült worden, nachdem das Tier zuvor von selbst ernannten Rettern in einer Stahlbarge von Deutschland aus Richtung Norden geschleppt worden war.

Auch der deutsche Meeressäuger-Experte Fabian Ritter sieht Anlass zur Sorge. Nach Sichtung weiterer Videoaufnahmen erklärte er gegenüber der "Bild", dass ein dauerhaftes Schwimmen nahe der Wasseroberfläche auf eine starke Schwächung hindeuten könne. Zudem passe die ungewöhnlich helle Verfärbung des Rückens ins Gesamtbild. "Teilweise wirkt das Tier apathisch. Das sieht nicht gut aus und kann einem nur leidtun", so Ritter.

"Nichts gelernt!"

Die Organisation "Stranded No More" vermutet inzwischen, dass es sich um den Buckelwal "Hartwin" handelt. Das Tier sei in den vergangenen sechs Monaten mehrfach in der Nordsee vor Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark beobachtet worden. Die Tierschützer kritisieren scharf, dass es sich hier um einen "Wal in Not" handelt und einfach niemand hilft. Aus ihrer Sicht würden dieselben Fehler wie im Fall "Timmy" wiederholt. "Es wurden keine Lehren gezogen und keine Veränderungen vorgenommen", heißt es in dem Beitrag.

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