Düstere Erinnerungen werden wach: Beinahe vierzig Jahre nach dem Auffliegen des schrecklichen Skandals in Lainz beschäftigt ein anderes Klinikum im Osten Österreichs momentan die Kripo-Ermittler.
Konkret werden sechs Todesfälle zwischen November 2025 und Jänner 2026 untersucht. Ein Ex-Pfleger steht im Visier. Es wird derzeit untersucht, ob er etwas mit dem Tod von vulnerablen Patienten zu tun hat. Sie könnten durch die Verabreichung einer Überdosis des Schmerzmittels Vendal gestorben sein.
Rechtsanwalt Sascha Flatz vertritt den Pfleger. Gegenüber "Heute" weist er die Anschuldigungen entschieden zurück: "Mein Mandant ist schockiert über die Vorwürfe und glaubt an eine Racheaktion."
Bemerkenswert ist, dass sich der Pfleger weiterhin auf freiem Fuß befindet. Zwar bestätigt die Staatsanwaltschaft die laufenden Ermittlungen. Offenbar wird derzeit jedoch nicht von einer Tatbegehungsgefahr oder von Verdunkelungs- sowie Fluchtgefahr ausgegangen. Tatsache ist: Eine Festnahme oder Untersuchungshaft wurde bislang nicht angeordnet.
Ende April wurde die ganze Causa durch einen anonymen Hinweis ins Rollen gebracht, der bei der WKStA einging und den schlimmen Verdacht äußerte. Seither laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Ein Gutachter soll die Patientenakten der möglichen Opfer haargenau untersuchen, parallel dazu laufen Befragungen und Erhebungen.
Auch eine interne Untersuchung des Klinikums soll bereits stattgefunden haben – man arbeite eng mit den Behörden zusammen, hieß es auf "Heute"-Anfrage. Bisher hätte sich der Verdacht nicht erhärtet. Vier der Verstorbenen sind bereits eingeäschert. Für den Ex-Pfleger gilt die Unschuldsvermutung.