"Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt" – diese Bauernregel kennt fast jeder. Und tatsächlich steckt mehr dahinter als nur ein alter Spruch.
Meteorologen stufen den Siebenschläfertag als sogenannte meteorologische Singularität ein. Das bedeutet: Es handelt sich um ein wiederkehrendes Witterungsmuster, das sich statistisch signifikant nachweisen lässt.
Wie "Chip" berichtet, betont Meteorologe Jan Schenk: Die Regel sei "statistisch signifikant nachweisbar" und liefere damit tatsächlich einen gewissen Sommertrend. Allerdings sei nicht der einzelne Tag am 27. Juni entscheidend, sondern ein Zeitraum von Ende Juni bis etwa 7. oder 8. Juli.
Der physikalische Hintergrund: Nach der Sommersonnenwende verändert sich die Sonnenstrahlung nur noch geringfügig. Die Atmosphäre bekommt dadurch die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und ein stabiles Muster auszubilden.
Interessant: Die Siebenschläferregel greift regional unterschiedlich stark. Im Süden ist sie deutlich ausgeprägter als im Norden, weil dort stabile Sommerlagen oft länger durchgreifen.
Der Name stammt nicht vom gleichnamigen Nagetier, sondern von einer frühchristlichen Legende: Sieben junge Christen sollen sich im 3. Jahrhundert in einer Höhle versteckt haben, dort eingemauert worden sein und erst knapp 200 Jahre später wieder aufgewacht sein.
Über Jahrhunderte beobachteten Bauern am 27. Juni das Wetter – mit der Erfahrung, dass sich die Witterung Ende Juni oft über Wochen hält. Daraus entstand die bekannte Regel.
Für heuer gibt es laut dem Meteorologen gute Nachrichten: Man gehe von weniger Hurrikans auf dem Nordatlantik aus, weshalb die Siebenschläfer-Regel in diesem Jahr besonders mitgedacht werden könnte.
Fazit: Die Bauernregel ist kein exakter Sommer-Forecast, aber ein ernst zu nehmender Hinweis. Wenn sich die Großwetterlage im Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli kaum verändert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Muster den Sommer prägt.