Wird es schön oder schiach?

Diese Bauernregel lässt sich jeden Tag anwenden

Eine uralte Wetterregel überrascht mit erstaunlicher Treffsicherheit – und Wissenschaft steckt auch dahinter.
Heute Life
05.06.2026, 08:27
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Bauernregeln gelten oft als nette Folklore – charmant, aber meteorologisch fragwürdig. Doch eine Ausnahme sticht heraus:

„Abendrot – Schönwetterbot, Morgenrot – Schlechtwetter droht.“

Der bekannte Wetterspruch funktioniert erstaunlich oft – und lässt sich sogar wissenschaftlich erklären.

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Warum das Abendrot gutes Wetter ankündigt

Kaum eine Bauernregel ist so bekannt wie jene vom roten Himmel am Abend. Und tatsächlich steckt dahinter mehr als bloßer Volksglaube. In Mitteleuropa ziehen Wetterfronten meist von Westen nach Osten. Genau das macht den Spruch so treffsicher.

Leuchtet der Himmel am Abend kräftig rot, bedeutet das meist: Im Westen – also dort, wo unser Wetter herkommt – herrscht bereits klare und trockene Luft. Das gute Wetter ist somit schon unterwegs und erreicht Österreich oft in der Nacht oder am nächsten Tag.

Bleibt der Sonnenuntergang hingegen blass oder verschwindet die Sonne hinter dichten Wolken, kann das ein Hinweis auf instabilere Wetterlagen sein.

Die Wissenschaft hinter dem roten Himmel

Dass der Himmel rot leuchtet, hat einen physikalischen Grund: die sogenannte Rayleigh-Streuung. Steht die Sonne tief, muss ihr Licht einen besonders langen Weg durch die Atmosphäre zurücklegen.

Dabei werden die blauen Lichtanteile stärker gestreut, während die roten Wellenlängen dominieren. Je trockener und klarer die Luft ist, desto intensiver erscheint das Rot am Himmel. Feuchtigkeit oder Dunst schwächen den Effekt deutlich ab.

Kurz gesagt: Ein kräftiges Abendrot ist oft ein Zeichen stabiler Luftmassen – und damit für schönes Wetter.

Morgenrot? Dann droht oft Regen

Am Morgen kehrt sich die Situation meist um. Die Sonne geht im Osten auf – ein roter Himmel dort bedeutet häufig, dass die Luft im Osten noch klar ist, während von Westen bereits feuchte Luft oder Regenfronten heranziehen.

Ein auffälliges Morgenrot gilt deshalb oft als Warnsignal für wechselhaftes Wetter, Wolken oder Niederschläge im Tagesverlauf.

Gilt die Regel wirklich immer?

Ganz so einfach ist es nicht. Auch diese Bauernregel liefert keine hundertprozentige Garantie, sondern eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Lokale Wetterlagen, ungewöhnliche Windrichtungen oder rasch ziehende Fronten können das Bild verändern.

Vor allem in Mitteleuropa funktioniert die Regel gut, weil hier die typische Westwindlage dominiert. In anderen Regionen der Welt kann derselbe Himmel etwas völlig anderes bedeuten.

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