Slowenisch ist in Kärnten wichtiger Teil der Geschichte, Identität und des täglichen Lebens vieler Menschen. Zwischen Ortstafeln, Schulklassen und familiären Traditionen prägt es seit Jahrhunderten das Zusammenleben im Süden Österreichs. Slowenen sind als anerkannte Volksgruppe völlig selbstverständlich Teil der Republik.
Im Kärntner Landtag wurde dieses Zusammenleben nun einmal mehr auf die Probe gestellt. Franz-Josef Smrtnik vom Team Kärnten begann dort am Donnerstag seine Rede zum Tätigkeitsbericht der Kärntner Jägerschaft mit den Worten: "Auch von meiner Seite einen schönen Nachmittag, lep popoldan, Waidmannsheil, lovski blagor."
Den Vorsitz hatte da gerade der Zweite Landtagspräsident Christoph Staudacher (FPÖ) – und der unterbrach den Abgeordneten sofort. "Es gibt nur eine Landessprache Herr Abgeordneter, hören Sie auf damit, ansonsten werde ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen", zitiert ihn der ORF.
Smrtnik ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Im weiteren Verlauf der Rede bedankte er sich einmal mit "Hvala" und "Danke" bei den Jägern, später wurde der "Jägerchor Bad Eisenkappel/Lovski zbor Železna Kapla" erwähnt (der offiziell so heißt). Da reichte es dem FPÖ-Mann: "Herr Abgeordneter Smrtnik ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf!"
Entsprechend groß ist die Empörung. "Für mich ist das skandalös", sagt der stellvertretende Team Kärnten-Klubobmann Gerhard Klocker dem ORF. Unterstützung kommt sogar vom Ersten Landtagspräsidenten Andreas Scherwitzl (SPÖ), der sagt, "dass man einem Angehörigen der slowenischen Volksgruppe, der aus Bad Eisenkappel/Železna Kapla, kommt, zubilligen kann, dass er das eine oder andere Wort in seiner Muttersprache verwendet."
Auch, wenn Deutsch Amtssprache ist, sind Gruß- und Dankesworte sowie Eigen- oder Ortsnamen im Landtag sehr wohl in anderen Sprachen erlaubt. "Hier geht es nicht um die Geschäftsordnung, sondern um Gesinnung", ist sich Grünen-Landessprecherin Olga Voglauer (selbst Slowenin) deshalb sicher.