US-Expertin im ORF

"So arg, dass die Amerikaner einen Rückzug brauchen"

US-Präsident Trump droht dem Iran mit Angriffen auf die Insel Charg, sollte die Straße von Hormus nicht geöffnet werden. Eine Expertin ordnet ein.
Newsdesk Heute
30.03.2026, 22:19
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Der US-Israel-Krieg gegen den Iran eskaliert immer weiter. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran damit gedroht, die für den Ölexport wichtige Insel Charg zu zerstören. Sollte die blockierte Straße von Hormus nicht "umgehend" wieder für die Schifffahrt geöffnet werden und nicht "rasch" eine Einigung mit Teheran zur Beendigung des Krieges zustande kommen, werde ein vernichtender US-Angriff auf die Insel folgen, warnte Trump am Montag auf seinem Onlinedienst Truth Social.

Falls es nicht bald eine Einigung gibt, würden die USA "alle ihre Kraftwerke, ihre Ölfelder und die Insel Charg" und womöglich alle Entsalzungsanlagen "in die Luft jagen und vollständig vernichten", drohte der US-Präsident mit einer Ausweitung der Angriffe auf den Iran. Gleichzeitig teilte Trump mit, dass die USA "ernsthafte Gespräche mit einem neuen und vernünftigeren Regime" in Teheran führen. Dabei habe es "enorme Fortschritte" gegeben. "Wahrscheinlich" werde es bald einen "Deal" geben, fügte der US-Präsident hinzu.

Trump hat schon mehrmals von diplomatischen Kontakten mit dem Iran gesprochen. Teheran bestreitet jedoch Gespräche mit der US-Regierung vehement. Zugleich hat der US-Präsident immer wieder mit einer Ausweitung der Angriffe auf den Iran gedroht. Was von Trumps widersprüchlichen Aussagen und von der Entwicklung im Krieg gegen den Iran zu halten ist, analysierte am späten Montagabend die USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf.

"So arg, dass die Amerikaner einen Rückzug brauchen"

Man sei an einem Punkt angekommen, an dem Trump versuchen könnte, mit unterschiedlichsten Botschaften eine diplomatische Lösung und ein Ende des Krieges erzwingen zu wollen, aber glauben könne man ihm nichts mehr, so Ashbrook. Es erwecke aber den Eindruck, dass Trump "kopflos im Iran agiert", doch die Situation sei "so arg, dass die Amerikaner einen Rückzug brauchen". Fast alle Methoden seien jetzt recht, aber in den USA wolle niemand "eine Landinvasion des Iran sehen", so Ashbrook.

Was wolle Trump? Oder was habe er eigentlich gewollt. Das ließe sich herunterbrechen auf die Punkte, die sich durchgesetzt hätten, "die Zerstörung der iranischen Marine, die Zerstörung und Minimierung der iranischen ballistischen Kapazität, also der Raketenkapazität, und die Einschränkung der Nutzbarkeit des nuklearen Materials", so Ashbrook. Das sei tatsächlich erreicht worden, ob es sich aber aus amerikanischer Perspektive gelohnt habe, sei "eine andere Sache". Und: "Israel ist eine andere Sache", so die Expertin.

"Ein riskantes Spiel des US-Präsidenten"

"Der Aufmarsch der Bodentruppen ist und wird weiterhin geplant", so Ashbrook dazu, wie realistisch ein solcher sei. Klar sei aber, es sei "mehr Drohkulisse als ernst gemeinte Übernahme". Dass man nukleares Material 400 Kilometer tief im Land abholen und herausholen könne, "das sei alles mal militärisch, strategisch dahingestellt", so Ashbrook. In einem Wahljahr gegen den Willen der Bevölkerung den Einsatz von Bodentruppen anzudenken, sei "ein riskantes Spiel des US-Präsidenten", so die Expertin.

Den Amerikanern schmerze die von Trump durch den Krieg ausgelöste Teuerung immens, so Ashbrook. Trump würden wegen seines Kurses, auch in Sachen extrem harter Migrationspolitik und seinem Drängen auf eine ungewollte Wahlkreisreform, große Wählergruppen wegbrechen, hieß es. "Zahlenmäßig, wenn es nach rechten Dingen zugehen soll, sieht es sehr schwer aus für eine republikanische Partei, die sich an die Seite des Präsidenten gestellt hat", so Ashbrook. Der Protest gegen Trump "wird immer größer".

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