"Windchill"

Kältegefühl: Warum wir bei Wind mehr frieren

Wind verstärkt das Kälteempfinden im Winter deutlich. So kommt es uns kälter vor, als es tatsächlich ist.
Heute Life
22.01.2026, 12:45
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Kälte allein ist unangenehm – doch erst der Wind macht sie richtig bissig. Gerade im Winter spielt der sogenannte Windchill-Effekt eine große Rolle. Dieser sorgt dafür, dass du windige Tage als deutlich kälter empfindest als windstille mit der gleichen Temperatur.

"Je höher die Windgeschwindigkeit, desto kälter fühlt sich eine Temperatur an", sagt Geosphere-Meteorologin Judith Gerighausen gegenüber ORF Wissen. "Bei 20 km/h Wind spürst du -5 Grad so eisig wie -12 Grad ohne Wind". Das liegt daran, dass der Wind die wärmende Luftschicht von unserer Haut wegbläst, der Körper verliert schneller Wärme und friert stärker. "Dadurch muss der Körper mehr Energie aufwenden und das macht sich bei uns als Kälte bemerkbar", erklärt Gerighausen.

"Windchill-Effekt"

Auch wenn der Windchill in Grad Celsius angegeben wird, handelt es sich eigentlich um eine Maßeinheit für den Verlust von Körperwärme, so die Meteorologin. Je stärker der Windchill, desto mehr Energie verliert dein Körper draußen.
Der Windchill lässt sich mit einer aus Experimenten abgeleiteten Formel berechnen. Sie ist aber nicht ganz exakt, weil etwa die Sonnenstrahlung nicht einfließt.

Wenn du selbst rechnen willst

In die Formel setzt du die tatsächliche Temperatur (T) in Grad Celsius und die Windgeschwindigkeit (V) in Kilometer pro Stunde ein. Das Ergebnis ist der Windchill (W) in Grad Celsius: W = 13,12 + 0,6215 × T – 11,37 × V^(0,16) + 0,3965 × T × V^(0,16).

Kleidung an gefühlte Temperatur anpassen

Wie kalt dir tatsächlich ist, kann aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Gerighausen rät, vor allem beim Wintersport in den Bergen auf die gefühlte Temperatur zu achten und die Kleidung daran anzupassen. Die Werte der Wetterdienste sind Durchschnittswerte. Wie du das Wetter empfindest, hängt auch von deiner körperlichen Verfassung ab, betont die Meteorologin.

Luftfeuchtigkeit spielt im Winter keine Rolle

Die Luftfeuchtigkeit spielt im Winter bei der Empfindung kaum eine Rolle, sagt Gerighausen. Bei Kälte kann die Luft ohnehin kaum Wasser aufnehmen. Im Sommer hingegen ist die Luftfeuchtigkeit – gemeinsam mit der Sonnenstrahlung und dem Wind – einer der Hauptgründe, warum es sich besonders heiß anfühlt. Dann gilt: Je feuchter die Luft, desto mehr leiden die Leute unter der Hitze.

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