Kältediurese

Muss man bei Kälte wirklich häufiger aufs Klo?

Viele Menschen müssen bei niedrigen Temperaturen deutlich häufiger auf die Toilette. Dahinter steckt eine ganz natürliche Reaktion des Körpers.
Heute Life
08.01.2026, 21:21
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Wenn die Temperaturen sinken, berichten viele Menschen von einem überraschenden Phänomen: Sie müssen deutlich häufiger auf die Toilette. Doch handelt es sich dabei nur um Einbildung – oder steckt tatsächlich ein biologischer Mechanismus dahinter? Die Antwort der Medizin ist eindeutig: Ja, Kälte kann den Harndrang verstärken. Verantwortlich dafür ist die sogenannte Kältediurese.

Bei niedrigen Temperaturen zieht der Körper die Blutgefäße in Haut und Extremitäten zusammen, um Wärme zu sparen. Dadurch verlagert sich mehr Blut in den Körperkern, also zu Herz, Lunge und lebenswichtigen Organen. Für den Organismus bedeutet dieses erhöhte Blutvolumen jedoch eine Art Überfluss. Um den Blutdruck zu regulieren, reagieren die Nieren, indem sie mehr Flüssigkeit aus dem Blut filtern. Das Ergebnis ist eine gesteigerte Urinproduktion – und damit ein häufigerer Gang aufs Klo.

Überschüssige Flüssigkeit

Hinzu kommt, dass wir bei Kälte oft weniger Durst verspüren und trotzdem Flüssigkeit verlieren. Die trockene Winterluft und das Atmen kalter Luft führen dazu, dass unbemerkt Wasser über die Atemwege abgegeben wird. Gleichzeitig schwitzen wir weniger als im Sommer, wodurch der Körper einen Teil der überschüssigen Flüssigkeit nicht über die Haut, sondern über die Nieren ausscheidet. Auch das verstärkt den Effekt der Kältediurese.

Ein weiterer Faktor ist die Kleidung. Mehrere Schichten dicker Winterkleidung halten zwar warm, können aber den Körper leicht unter Druck setzen. Das kann zusätzlich den Harndrang fördern. Zudem trinken viele Menschen im Winter eher warme Getränke wie Tee oder Kaffee, die ebenfalls harntreibend wirken können – ein Effekt, der den Eindruck verstärkt, ständig auf die Toilette zu müssen.

Wann Kältediurese zum Problem wird

Medizinisch betrachtet ist Kältediurese in der Regel harmlos und ein ganz normaler Anpassungsmechanismus des Körpers. Problematisch kann sie jedoch werden, wenn dadurch zu wenig getrunken wird. Wer häufiger Wasser lässt, verliert Flüssigkeit und riskiert eine leichte Dehydrierung, ohne es zu merken. Experten raten deshalb, auch in der kalten Jahreszeit bewusst auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

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