SIM-Swap im Darknet

So kapern Kriminelle deine Nummer und Bankkonten

Kriminelle kapern Telefonnummern und versuchen damit, Sicherheitscodes abzufangen. Im Darknet werden SIM-Swaps bereits ab 300 Dollar angeboten.
19.10.2026, 22:50
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Kriminelle übernehmen Telefonnummern und greifen damit auf fremde Konten zu. Im Darknet werden SIM-Swaps bereits ab 300 US-Dollar angeboten. Besonders gefährlich wird es, wenn Betrüger zusätzlich Bankdaten und persönliche Dokumente besitzen.

Wer plötzlich keinen Mobilfunkempfang mehr hat, sollte aufmerksam werden. Dahinter kann mehr stecken als eine Netzstörung: Beim sogenannten SIM-Swapping bringen Kriminelle einen Mobilfunkanbieter dazu, die Telefonnummer eines Opfers auf eine andere SIM-Karte zu übertragen. Damit können sie unter anderem SMS mit Bestätigungscodes empfangen und versuchen, Passwörter zurückzusetzen.

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Laut einer Analyse des Cybersicherheitsunternehmens NordStellar werden solche Dienste in Darknet-Foren bereits ab rund 300 US-Dollar angeboten. Im Durchschnitt liegen die beworbenen Preise demnach zwischen 1.000 und 1.300 Dollar. Die Preise stammen aus kriminellen Angeboten und wurden nicht unabhängig überprüft. Die Analyse erfasst Diskussionen aus dem Zeitraum von August 2025 bis August 2026.

Kriminelle verkaufen komplette Datenpakete

SIM-Swapping wird laut der Analyse zunehmend mit weiteren gestohlenen Daten kombiniert. Dazu gehören persönliche Identitätsinformationen, Ausweisdokumente samt Selfie und Zugangsdaten für Online-Banking. Mit solchen Paketen können Täter versuchen, die digitale Identität eines Opfers vollständig zu übernehmen.

"Früher war eine übernommene SIM-Karte schon der gesamte Angriff, aber heute ist sie nur noch ein Teil davon", sagt Matas Cenys, Head of Product bei der Reise-eSIM-App Saily. Die Täter würden zunehmend alles zusammen anbieten, was nötig sei, um sich als eine andere Person auszugeben.

Für Betroffene kann das schwerwiegende Folgen haben. Wenn ein Bankkonto oder eine Krypto-Wallet über SMS-Codes abgesichert ist, könnten Angreifer versuchen, diese Schutzmaßnahme zu umgehen. Ein erfolgreicher SIM-Swap bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Konto leergeräumt wird. Wie groß das Risiko ist, hängt unter anderem von den zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen des jeweiligen Dienstes ab.

So schützt du deine Konten

Ein wichtiger Schutz ist der Verzicht auf SMS-Codes als einzige zweite Sicherheitsstufe. Sicherer sind in vielen Fällen Authentifizierungs-Apps oder Hardware-Sicherheitsschlüssel. Nutzer sollten außerdem bei ihrem Mobilfunkanbieter nachfragen, ob eine zusätzliche Sperre gegen unerlaubte Rufnummernmitnahmen eingerichtet werden kann.

Wer plötzlich keinen Empfang mehr hat, obwohl das Handy korrekt funktioniert, sollte rasch reagieren. Ist ein SIM-Swap möglich, empfiehlt sich der sofortige Kontakt mit dem Mobilfunkanbieter über einen offiziellen Kanal. Bei Verdacht auf einen Kontozugriff sollten Betroffene außerdem ihre Bank informieren und ihre wichtigen Konten von einem sicheren Gerät aus überprüfen.

Auch persönliche Informationen in sozialen Medien können Kriminellen helfen. Öffentlich geteilte Reisepläne, Aufenthaltsorte oder andere persönliche Angaben erleichtern es möglicherweise, sich gegenüber einem Anbieter als jemand anderer auszugeben.

Vorsicht bei verdächtigen Links, dringenden Nachrichten und wiederverwendeten Passwörtern bleibt deshalb wichtig.

red, 19.10.2026, 22:50