Die IT-Kollektivvertragsverhandlungen sind ohne Ergebnis gestartet. Während die Arbeitgeber 1,2 Prozent mehr Gehaltssumme und zwei Prozent höhere Mindestgehälter anbieten, fordert die Gewerkschaft 3,9 Prozent für die Beschäftigten.
Nach vier Stunden gingen die ersten Verhandlungen für die mehr als 90.000 Beschäftigten der IT-Branche am Montag ergebnislos zu Ende. Die Arbeitgeberseite legte ein Angebot von 1,2 Prozent für die Ist-Gehaltssumme und zwei Prozent für die Mindestgehälter vor. Die Gewerkschaft GPA verlangt hingegen für Mindestgehälter, Ist-Gehaltssumme, Lehrlingseinkommen und Zulagen ein Plus von 3,9 Prozent.
Für die Gewerkschaft ist das Angebot zu niedrig. Die IT-Branche habe sich wirtschaftlich zuletzt gut entwickelt, während die Beschäftigten durch die Teuerung unter Druck stünden. Laut GPA erwirtschaftete die Informationstechnologie im Jahr 2025 einen Umsatz von 44,31 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neben höheren Einkommen verlangt die GPA Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Beschäftigte sollen ein Recht auf eine Stundenerhöhung erhalten, wenn sie regelmäßig mehr arbeiten als vereinbart. Außerdem fordert die Gewerkschaft bezahlte freie Tage am 24. und 31. Dezember.
Auch das bestehende Modell für die Erhöhung der Ist-Gehälter steht in der Kritik. Laut GPA würden Ausnahmeregelungen dazu führen, dass Beschäftigte trotz ihres Beitrags zum Unternehmenserfolg nicht immer angemessen an Gehaltserhöhungen beteiligt werden.
Die Arbeitgeberseite verweist dagegen auf wirtschaftliche Unsicherheiten und gestiegene Kosten, etwa für Hardware, Softwarelizenzen und Strom. Martin Zandonella, Verhandlungsleiter des WKÖ-Fachverbands UBIT, spricht sich deshalb für Augenmaß aus. Steigende Umsätze allein seien kein verlässlicher Maßstab für die wirtschaftliche Lage der Branche.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für 5. November angesetzt. Bis dahin müssen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft aufeinander zubewegen, wenn es zu einem neuen IT-Kollektivvertrag kommen soll.