So leiden Angorakaninchen für den begehrten "Flausch"

Unfassbar niedlich, müssen viele Rassevertreter der Angorakaninchen das Schlimmste für ihre Wolle durchmachen. 
Unfassbar niedlich, müssen viele Rassevertreter der Angorakaninchen das Schlimmste für ihre Wolle durchmachen. Getty Images/iStockphoto
Ein Angorakaninchen zählt wohl zu den niedlichsten Exemplaren der Mümmelmänner und trotzdem werden sie nach wie vor aufgrund der Wolle gefoltert. 

Das Angorakaninchen ist farbenfroh und flauschig. Vor allem die wuscheligen "Löffel" sind besonders reizend bei diesen Kleinhasen mit maximal fünf Kilogramm. Doch leider sind sie nicht nur als Haustier beliebt, sondern immer noch Lieferant der Angora-Wolle. Vor allem in China, aber auch Frankreich sind die Praktiken der "Schur" in den Zuchtbetrieben mehr als nur grausam und kosten immer noch abertausenden Kaninchen im Jahr das Leben. 

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Qualzucht

Angorakaninchen sind schon arm dran, denn ohne unser Zutun würden sie nur ein kurzes und schmerzvolles Leben haben. Aufgrund dieser Tatsache gilt die Zucht dieser Tiere auch als "Qualzucht". Warum? Durch eine Mutation wächst das Fell ein Leben lang, weshalb sie uns zur Schur brauchen, sonst bilden sich innerhalb kürzester Zeit Ekzeme der Haut, sie laufen nahezu blind durchs Leben und können sich irgendwann auch nicht mehr richtig bewegen. Von der Verfilzung durch Kot und Urin wollen wir gar nicht erst schreiben. 

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Die Privathaltung ist also sehr aufwendig, da sie unbedingt alle paar Wochen fachmännisch geschoren und täglich (!) gebürstet werden müssen. Sie sind auch nicht für einen Ganzjahresstall im Garten geeignet, da ihr Fell jede Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnimmt und es im Winter sogar einfrieren kann. Ansonsten gilt eigentlich das Gleiche wie bei anderen Hauskaninchen: Keine Einzelhaltung, genügend Platz (laut Tierschutzgesetzt sollte ein Kaninchen DREI Hoppelsprünge hintereinander machen können)  und artgerechte Fütterung. Man sollte sich allerdings als Tierfreund wirklich die ehrliche Frage stellen, ob man sich einem Fluchttier, dass alle drei Monate festgehalten und geschoren werden MUSS, gewachsen fühlt, denn lustig ist es für das Tier nie...

Dieses Bild zeigt ein verstörtes Angorakaninchen NACH der grausamen Schur in einem Betrieb in Frankreich.
Dieses Bild zeigt ein verstörtes Angorakaninchen NACH der grausamen Schur in einem Betrieb in Frankreich.HANDOUT / AFP / picturedesk.com

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Angorafarmen

Die Haltung von Kaninchen in der Angoraindustrie ist vergleichbar mit den katastrophalen Bedingungen auf weltweiten Pelzfarmen. Die Tiere werden häufig einzeln oder gemeinsam in winzige Käfige eingesperrt, unter denen sich Kot und Urin ansammeln. Dort werden sie dann alle drei Monate brutal geschoren oder sogar lebendig gerupft. Da Kaninchen Fluchttiere sind, werden sie hierzu auf Streckbänken fixiert und manchmal wird ihnen sogar bei der Schur auf die empfindlichen Ohren getreten um sie in Stellung zu halten. Viele Kaninchen sterben an dem Schock der Schur und wenn man einmal ein Kaninchen "schreien" gehört hat, weiß man, dass dies wirklich besonders grausam ist. 

Mehr dazu liefert Tierrechtsorganisation PETA >>>>

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