So sagt Schauspieler Gewalt gegen Frauen den Kampf an

"Heute" durfte mit dem Schauspieler Anoushiravan Mohseni ein Probetraining machen
"Heute" durfte mit dem Schauspieler Anoushiravan Mohseni ein Probetraining machenheute.at
Weil sich Frauenmorde und Übergriffe in bedenklichem Tempo häufen, sagt ein Wiener Schauspieler und Boxer Gewalt an Frauen nun den Kampf an. 

Am Mittwoch ereilten Österreich abermals erschütternde Nachrichten. Eine junge Mutter wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden, ein Fremdverschulden ist nicht auszuschließen. Sollte es sich um einen Mord handeln, wäre dies nun der 12. Femizid in nur fünf Monaten. Scheinbar täglich wird außerdem von gewalttätigen Übergriffen auf Frauen berichtet. Der Wiener Schauspieler, Personenschützer und Ex-Kämpfer Anoushiravan Mohseni möchte mit einer "schlagkräftigen" Initiative diesen erschreckenden Entwicklungen gegensteuern. 

Mosheni trainiert bereits seit rund 30 Jahren verschiedene Kampfsportarten, ist mehrfacher Champion und hat somit einiges an Können weiterzugeben. Professionell kämpft der 43-Jährige nur noch in Filmen, bei denen er seine eigenen Stunts durchführt. In seiner Heimat im Iran ist Mohseni bereits aus verschiedenen Filmen bekannt, nun ist er im Begriff sich in Österreich als Akteur einen Namen zu machen. Noch dieses Jahr ist der Wahl-Wiener an der Seite von Harald Krassnitzer im Geiseldrama "Taktik" im Kino zu sehen. 

Kampfsport-Champions lehren jetzt Selbstverteidigung

Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Frauen konnte Mohseni nicht untätig bleiben: Er und eine Gruppe von befreundeten Kampfsport-Champions bieten jetzt gratis Trainings für Frauen an, denen sie richtige Selbstverteidigung beibringen. "Heute" durfte mit dem Film-Star ein Probetraining machen. 

"Jede Frau sollte in der Lage sein, sich im Ernstfall zu schützen. Beim Kampfsport-Training geht es außerdem nicht nur darum, sich zu schlagen. Man lernt, Situationen zu deeskalieren und das Selbstvertrauen wird gestärkt. Angreifer suchen sich häufig Opfer aus, von denen sie das Gefühl haben, dass diese sich nicht wehren können. Mit dem Wissen, sich verteidigen zu können, tritt man gleich ganz anders auf", berichtet der Schauspieler im Gespräch mit "Heute"

Anfragen für Trainings können gerne an Aslan Gym by Adnan Sert unter 0664 1290406 gestellt werden. 

"Öffentliche Stellen sollten mehr Schutz für Frauen bieten"

Mohseni trainiert schon lange Frauen in seinem Bekanntenkreis und sieht große Ausbaufähigkeit bei dem Projekt. Trotzdem würde er sich wünschen, dass Frauen vonseiten der Politik besser geschützt werden. "Eigentlich sollte es nicht nötig sein, dass Frauen selber für ihre Sicherheit kämpfen müssen. Die Polizei sollte viel früher eingreifen, wenn eine Frau sich durch beispielsweise einen Ex-Partner bedroht fühlt. Im Moment muss immer erst etwas Schreckliches passieren, bevor gehandelt wird", erzählt der Schauspieler. 

Auch SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner ließ im Gespräch mit "Heute" ähnliche Töne anklingen: "Es hilft nicht, nur Beileidsbekundungen zu geben und Ankündigungen von Arbeitsgruppen in den Raum zu stellen. Es muss so schnell wie möglich gehandelt werden, Frauen und Kinder müssen in Österreich endlich sicher sein. Dazu braucht es Geld für Opferschutz. Es ist ein strukturelles und ein finanzielles Problem." Die SPÖ-Chefin fordert außerdem härteres Durchgreifen, wenn Täter bereits vorher auffällig werden und schlägt ein Waffenverbot für solche Personen vor. 

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