Am Nationalfeiertag empfangen das Staatsoberhaupt und die First Lady traditionell Menschen bei einem Tag der offenen Tür in der Hofburg. So auch heuer – wo sich VdB und Gattin, durch eine Kordel abgetrennt – dem Volk zu sehen gaben.
Eine ungewöhnliche Frage sorgte am Rande des Nationalfeiertags für eine bemerkenswerte Aussage von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Im Gespräch mit einem elfjährigen Kind sprach sich das Staatsoberhaupt für eine Änderung des österreichischen Staatsbürgerschaftsrechts aus.
Das Mädchen wollte wissen, weshalb Menschen, die in Österreich geboren werden, nicht automatisch auch die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Als Vergleich führte sie die USA an, wo dieses Prinzip grundsätzlich gilt.
Mit seiner Antwort ließ der Bundespräsident keinen Zweifel daran, dass er eine solche Regelung unterstützen würde. "Ja leider, ich würde das auch unterstützen. Aber das Gesetz ist derzeit leider ein anderes", erklärte Van der Bellen in der Hofburg. TV-Kameras nahmen das Gespräch auf.
Anders als in den USA ist in Österreich nicht der Geburtsort ausschlaggebend. Die Staatsbürgerschaft wird grundsätzlich über die Abstammung von einem österreichischen Elternteil erworben. Van der Bellen machte deutlich, dass er sich auch ein anderes Modell vorstellen könnte.