"Der österreichische Nationalfeiertag wird im ganzen Bundesgebiet festlich begangen", steht im eigenen Gesetz geschrieben. Vor allem in Wien heißt das für viele: ab an den Heldenplatz. Dort gibt es nicht nur die Leistungsschau des Österreichischen Bundesheers zu bestaunen, sondern auch einen seltenen Blick hinter die Kulissen.
Lange standen die Menschen an, um etwa die Hofburg besuchen zu dürfen. Am Tag der offenen Tür ist es endlich auch dem gewöhnlichen Volk möglich, die sagenumwobene Tapetentür im Maria-Theresien-Zimmer zu sehen, wo die Regierung angelobt und der Bundespräsident Besuche empfängt, bevor es in sein Büro geht.
Auch Alexander Van der Bellen ließ es sich mit seiner Gattin Doris Schmidauer nicht nehmen, die Gäste am Tag der offenen Tür persönlich zu empfangen. Die Videos dieser Aufeinandertreffen geben aber ein etwas ungewöhnliches Bild ab.
Denn die Besucher mussten auf einem schmalen Gang in der Mitte des Raumes bleiben, während sich der Bundespräsident selbst am Rand aufhielt. Getrennt war er dabei stets von einer roten Absperrkordel auf Kniehöhe. Ein "Bundespräsident zum Anfassen", doch das Volk musste dabei hinter der Kordel bleiben.
Auch auf Fotos und Videos aus dem Leopoldinischen Trakt ist die Absperrung stets zu sehen – ein eher unglückliches Bild. Der Stimmung dürfte das jedenfalls keinen Abbruch getan haben: Für die Besucher dürfte sich das Anstehen und die Erfahrung trotzdem gelohnt haben, wie ihrer Mimik zu entnehmen ist.