Der gewaltsame Tod eines elfjährigen Buben Ende Jänner hat Leoben tief erschüttert. Eine 39-Jährige soll ihren Sohn in der gemeinsamen Wohnung mit einem Messer getötet haben. Anschließend verletzte sie sich selbst mit Schnitten so schwer, dass sie zunächst operiert werden musste.
Inzwischen sitzt die Frau in der Justizanstalt Leoben in Untersuchungshaft. Unmittelbar nach der Tat war sie nicht oder nur eingeschränkt vernehmungsfähig. Bei ihrem Pflichtverhör vor dem Untersuchungsrichter legte sie jedoch ein Geständnis ab und räumte ein, ihren Sohn getötet zu haben. Unklar ist weiterhin, was sie zu dieser Tat bewegte.
Um den genauen Ablauf der Bluttat zu klären, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Tatrekonstruktion an. "Diese hat mittlerweile auch stattgefunden. Allerdings hat sich die Beschuldigte nicht dazu bereit erklärt, dafür an den Tatort zurückzukehren", erklärt Andreas Riedler von der Staatsanwaltschaft Leoben gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Die Rekonstruktion wurde daher an einem anderen Ort gemeinsam mit der 39-Jährigen durchgeführt. "Nun werden noch weitere Spuren ausgewertet, um den Tathergang im Detail zu klären", sagt Riedler.
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Zudem müsse man weiterhin die Gutachten der Gerichtssachverständigen abwarten. Mittlerweile sei die 39-jährige Beschuldigte wieder vernehmungsfähig, heißt es im Bericht der Tageszeitung.
Wie es dazu kommen konnte, dass eine Mutter ihrem eigenen Kind am 30. Jänner das Leben nahm, bleibt vorerst die zentrale und unbeantwortete Frage.