"Ich verlor meine Mutter und meine Schwester an Krebs", erzählt Angelika Tomrle (41). Das Schicksal ihrer Verwandten stürzte die Wienerin in eine rasante Abwärtsspirale, es warf sie komplett aus der Bahn. Drogensucht und Obdachlosigkeit waren die Folge.
Am schlimmsten für sie: "Mein Sohn wurde mir weggenommen, weil ich auf Drogen war." – das ist bereits 14 Jahre her.
Angelikas Sohn kam bei der Familie unter. Er lebte bei seiner Großmutter, bis sie starb, danach bei seinem Opa. Der Junge ist heute 18 Jahre alt – "ich habe ihn das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen", so die 41-Jährige.
"Als meine Mama damals gestorben ist, wurde ich rückfällig und habe meine Wohnung in Floridsdorf verloren." Obdachlosenquartiere, notdürftige Unterkünfte bei Freundinnen oder die kalte Straße – das waren in den Jahren danach die Schlafplätze der Wienerin. "Du kannst dir nichts Warmes kochen, isst nur Dosenessen", beschreibt sie diese Zeit. Passanten hätten kaum geholfen: "Jeder schaut über dich drüber."
Nun fühlt sich die Wienerin mit Unterstützung der Obdachlosenhilfe neunerhaus endlich wieder stabil. Sie hat eine eigene Wohnung, bekommt neue Zähne und will ab März 2026 wieder zu arbeiten beginnen. "Ich muss wirklich sagen, dass das neunerhaus und die Sozialberater einen tollen Job machen", betont sie.