Wien dreht Geldhahn zu

1.000 statt 3.000 Euro für Familie mit vier Kindern

Wien setzt neue Regeln bei der Mindestsicherung: Eine Familie fällt dadurch von 3.000 auf 1.000 Euro, kann bald nicht einmal mehr die Miete zahlen.
Newsdesk Heute
30.01.2026, 20:07
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In der Bundeshauptstadt sorgt ein sozialpolitisches Projekt für Aufregung: Personen mit subsidiärem Schutzstatus fallen seit dem heurigen Jahr aus der Wiener Mindestsicherung und werden stattdessen in die deutlich geringere Grundversorgung eingestuft. Betroffene wie eine syrische Familie, über die das "Profil" berichtet, stehen dadurch plötzlich vor dem finanziellen Ruin.

Die Stadtregierung hat Ende 2025 beschlossen, die leistungsstarke Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte zu streichen. Laut Magistratsabteilung und Bericht bezogen im Dezember 2025 rund 137.000 Menschen in Wien Mindestsicherung – darunter etwa 9.500 mit diesem Status.

Für viele bedeutet das einen harten Einschnitt: Statt rund 3.000 Euro im Monat muss eine sechsköpfige Familie – Mutter, Vater, eine Tochter und drei Söhne, 13 bis 19 Jahre alt – jetzt mit etwa 1.285 Euro auskommen. Aber: Die Miete beträgt bereits über 1.100 Euro.

Miete beträgt alleine über 1.100 Euro

Dieses Geld entspricht der Grundversorgung, die deutlich niedriger ist als die bisherige Mindestsicherung. Familienvater Ahmad A. berichtet dem "Profil", dass diese Kürzung seine Familie vor unlösbare Probleme stellt: Die derzeitige Miete von über 1.100 Euro sei allein mit der Grundversorgung nicht zu decken, Wohnungsverlust droht. Er fürchtet, dass sie schon bald auf der Straße stehen könnten.

Soziale Organisationen äußern seit Monaten Kritik: Sie warnen davor, dass die Umstellung nicht nur finanzielle Härten schafft, sondern auch Integrationsprozesse erschweren könnte. Viele subsidiär Schutzberechtigte hätten bereits private Wohnungen, arbeiten oder sind in Ausbildung – der Wechsel in die Grundversorgung könnte diese Fortschritte zunichte machen oder zumindest deutlich einbremsen.

Aus Sicht der Stadt sollen mehrere hundert Millionen Euro eingespart werden. Doch Kritiker sagen, dass die Maßnahme hohe Kosten für Unterbringung in Grundversorgungsquartieren nach sich ziehen könnte. Derzeit ist offen, wie viele Betroffene tatsächlich Unterstützung verlieren und wie sie den Übergang meistern sollen. Während die Stadtverwaltung versichert, dass niemand ohne Unterkunft bleibe, sehen Betroffene die Zukunft ungewiss.

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