Am 12. August 2026 richtet sich der Blick Europas in den Himmel: Die erste totale Sonnenfinsternis über dem europäischen Festland seit 1999 lockt Hunderttausende in den Süden. Ein Ereignis, das auch behördliche Sicherheitsvorkehrungen hervorruft.
Besonders auf Mallorca rechnen die Behörden mit einem regelrechten Besucheransturm – und warnen bereits jetzt sämtliche Urlauber. Das deutsche Auswärtige Amt empfiehlt, sich auf Staus, Straßensperren und lange Wartezeiten einzustellen. Vor allem rund um beliebte Aussichtspunkte dürfte es eng werden.
Der Kernschatten des Mondes soll laut NASA am späten Nachmittag des 12. August zunächst Grönland sowie Island passiert, den Atlantik überquert und schließlich Nordspanien sowie die Balearen erreicht. Ein kleiner Streifen Portugals wird ebenfalls erfasst.
Auf Mallorca wird die Totalität gegen 20:30 Uhr erreicht und dauert etwa 90 Sekunden an.
Besonders betroffen ist der Bereich rund um die Playa de Palma sowie das Tramuntana-Gebirge im Nordwesten der Insel. Bereits ab 8 Uhr werden mehrere Ausfahrten der Autobahn Ma-19 Richtung Llucmajor gesperrt, wie die "Mallorca Zeitung" berichtet. Ab Mittag bleiben wichtige Zufahrten komplett geschlossen. Polizei, Rettung und öffentliche Verkehrsmittel erhalten eigene Sicherheitskorridore.
Die Balearen-Regierung hat außerdem neun offizielle Beobachtungsplätze eingerichtet – darunter die Playa de Palma und den Strand von Santa Ponça. Sie wurden vor allem nach Sicherheits- und Kapazitätskriterien ausgewählt.
Nicht nur Mallorca bereitet sich vor. Auch auf dem spanischen Festland liegen zahlreiche Regionen in der sogenannten Totalitätszone – darunter Burgos, Valladolid, Zaragoza und Teruel. Die spanische Regierung rechnet in der Finsternis-Woche mit mehr als 445.000 zusätzlichen Besuchern. Hotels, Parkplätze und Restaurants könnten vielerorts rasch ausgelastet sein.
Wer die Reise nach Spanien nicht antritt, muss auf das Naturschauspiel dennoch nicht verzichten. In ganz Österreich wird die Sonnenfinsternis als partielle Finsternis sichtbar sein.
Je nach Bundesland werden rund 60 bis 70 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Die stärkste Verdunkelung gibt es im Westen Österreichs, etwa in Vorarlberg und Tirol, während sie nach Osten etwas geringer ausfällt.
Die partielle Sonnenfinsternis beginnt am späten Nachmittag des 12. August, erreicht ihren Höhepunkt kurz nach 20 Uhr und endet wenig später mit dem Sonnenuntergang. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, bieten freie Sicht nach Westen – etwa auf Hügeln, Bergen oder an Seen – die besten Beobachtungsmöglichkeiten.
Egal ob auf Mallorca oder in Österreich: Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen nach der Norm ISO 12312-2 verwenden.
Nur innerhalb der schmalen Totalitätszone – etwa auf Mallorca – darf während der kurzen Phase der vollständigen Verdeckung der Sonne für wenige Sekunden ohne Schutz geblickt werden. In Österreich bleibt die Finsternis durchgehend partiell, daher ist eine geeignete Schutzbrille während der gesamten Beobachtung unbedingt erforderlich.