Ein eigenes Haus im Kosovo, dazu eine Pension – und trotzdem Sozialhilfe in Österreich kassiert! Bei Kontrollen in Wels (OÖ) flog jetzt ein Mann auf, der seine Einkünfte und seinen Besitz im Ausland nicht bei den Behörden gemeldet hatte. Die Konsequenzen: Seine Sozialhilfe wurde gestrichen, er wurde angezeigt und musste knapp 9.000 Euro zurückzahlen.
Der Fall kam bei Hausbesuchen der städtischen Sozialabteilung und der Ordnungswache ans Licht. Die Kontrolleure überprüften dabei unter anderem die Wohnverhältnisse, Vermögensangaben und mögliche verschwiegene Einkünfte von Sozialhilfeempfängern.
Bei dem Mann mit dem Haus im Kosovo stellte sich heraus, dass er dort zusätzlich eine Pension bezog. Beides hatte er den zuständigen Behörden verschwiegen. Die Stadt stellte daraufhin die Sozialhilfe ein und forderte knapp 9.000 Euro zurück. Das Geld wurde mittlerweile in Raten zurückbezahlt.
Ein anderer Sozialhilfeempfänger war bei mehreren Hausbesuchen nicht anzutreffen. Schließlich stellte sich heraus, dass er sich regelmäßig wochenlang in der Türkei aufhielt. Auch in diesem Fall reagierten die Behörden: Die Sozialhilfe wurde rückverrechnet, der Mann angezeigt.
Insgesamt führte die Stadt Wels bis September dieses Jahres 97 Hausbesuche bei Sozialhilfeempfängern durch. Kontrolliert wurde sowohl stichprobenartig als auch aufgrund konkreter Hinweise.
Die Fälle sorgen nun auch in Linz für politische Diskussionen. FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml sieht sich in seiner Forderung nach einer eigenen "SOKO Sozialmissbrauch" bestätigt.
"Während Wels unter Bürgermeister Andreas Rabl konsequent kontrolliert und Sozialbetrug aufdeckt, hat die SPÖ in Linz unsere Forderung nach einer eigenen Kontrollgruppe bisher abgelehnt. Dabei zeigen die konkreten Fälle aus Wels, wie wichtig solche Kontrollen vor Ort sind", kritisiert Raml.
Bereits im Juli 2025 hatte die FPÖ im Linzer Gemeinderat eine solche Kontrollgruppe beantragt. Der Vorstoß wurde von einer rot-grünen Mehrheit abgelehnt.
Laut Raml gibt Linz jährlich rund zehn Millionen Euro für Sozialhilfe aus. Der bestehende Erhebungsdienst des Magistrats sei mit zahlreichen Aufgaben ausgelastet und könne nur selten Kontrollen durchführen.
Der FPÖ-Politiker fordert deshalb regelmäßige und unangekündigte Hausbesuche nach Welser Vorbild. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) solle seinen Widerstand gegen eine eigene Kontrollgruppe aufgeben.
"Sozialhilfe muss jenen Menschen zugutekommen, die tatsächlich Hilfe brauchen. Jeder Euro, der durch Betrug erschlichen wird, fehlt an anderer Stelle", so Raml.