Eine Million will bleiben

Spanien erlaubt illegale Migration: Ansturm überrascht

Mit einem Sonderprogramm will Spaniens linke Regierung den Arbeitskräftemangel lindern. Wer nun bleiben darf und unter welchen Voraussetzungen.
Nick Wolfinger
30.06.2026, 18:19
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Mehr als eine Million Menschen ohne gültigen Papiere haben in Spanien bis Ende der nun abgelaufenen Frist am 30. Juni einen Antrag auf Legalisierung ihres Aufenthalts gestellt. Damit gingen mehr als doppelt so viele Anträge ein wie von der Regierung erwartet.

Die linksgerichtete Regierung von Premier Pedro Sánchez hatte das Sonderprogramm im April gestartet. Ursprünglich war sie davon ausgegangen, dass rund 500.000 Menschen davon profitieren würden. Tatsächlich meldeten sich nun über eine Million Antragsteller.

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Viele arbeiten schon jetzt – aber schwarz

Viele von ihnen arbeiten schon jetzt in der Landwirtschaft oder in der Fischerei – jedoch schwarz, ohne Sozialbeiträge und Steuern zu zahlen. Das will die Regierung nun ändern.

Die hohe Zahl bedeutet allerdings nicht, dass nun auch eine Million Menschen dauerhaft in Spanien leben dürfen. Es gibt zwar kein festes Kontingent, jeder Antrag wird aber einzeln geprüft. Die Behörden haben dafür nun bis zu drei Monate Zeit.

Eine Genehmigung erhält nur, wer bereits vor dem 1. Jänner 2026 im Land war, einen mindestens fünfmonatigen Aufenthalt nachweisen kann und nicht vorbestraft ist. Erfüllt ein Antragsteller die Voraussetzungen nicht, wird sein Antrag abgelehnt.

Zunächst nur für ein Jahr

Wer zugelassen wird, erhält zunächst eine für ein Jahr gültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Spanien. Anschließend kann diese – sofern die regulären Voraussetzungen erfüllt werden – verlängert und in einen normalen Aufenthaltstitel überführt werden.

Sánchez verteidigte das Programm als wirtschaftlich notwendig. Spanien brauche Zuwanderung, um den Arbeitskräftemangel zu bekämpfen und den Sozialstaat langfristig zu finanzieren. Mit einer Arbeitserlaubnis gelten Mindestlohn, Kollektivverträge und Sozialabgaben. Das soll Lohndumping durch Schwarzarbeit erschweren.

Angst vor "Sogwirkung"

Konservative und rechte Parteien kritisieren hingegen, die Legalisierung könnte weitere irreguläre Migration fördern und die öffentlichen Dienste zusätzlich belasten. Sie befürchten höhere Kosten für Gesundheitssystem, Schulen, Wohnraum und Sozialleistungen, vor allem in Ballungsräumen.

Dem steht freilich das Argument entgegen, dass legale Arbeiter auch ins Sozialsystem einzahlen – und die Arbeitserlaubnis befristet ist. Außerdem müssen schon jetzt auch Menschen ohne Papiere im Notfall versorgt werden, egal ob sie Steuern gezahlt haben oder nicht.

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