In Wien entstehen drei neue geförderte Wohnprojekte mit insgesamt rund 70 Wohnungen. Am Montag erfolgte am Steinspornweg 33 in der Donaustadt der Spatenstich. Gebaut wird vor allem mit Holz.
Die Projekte gehören zum ersten Wiener "WohnBAUMprogramm", das die Stadt 2021 gestartet hat. Insgesamt sollen im Rahmen des Programms in mehreren Phasen rund 1.200 Wohnungen in Holz- und Holz-Hybrid-Bauweise entstehen.
Für die nun gestarteten Projekte ist der gemeinnützige Bauträger MIGRA verantwortlich. Neben dem Steinspornweg 33 sowie in der Donaustadtstraße in der Donaustadt wird auch in der Leopoldauer Straße 132A in Floridsdorf gebaut.
Geplant sind insgesamt rund 5.700 Quadratmeter Wohnnutzfläche. Von den rund 70 Wohnungen sind 36 geförderte und 34 SMART-geförderte Einheiten vorgesehen. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2028 geplant.
"Wien beweist mit dem Wiener WohnBAUMprogramm Weitsicht. Denn Wien begegnet den Herausforderungen an die Metropolen der Zukunft mit Innovationskraft, Kreativität und Mut", so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ). "Durch den heutigen Spatenstich für das geförderte Holzbauprojekt 'Hertha am Wasser' wird aufgezeigt, wie in unserer Stadt bei der Schaffung von leistbarem Wohnraum höchste ökologische Ansprüche und neue Technologien unter einem Dach vereint werden können. Damit leistet der Wiener Wohnbau einmal mehr wertvolle Pionierarbeit und nimmt die Verantwortung als Vorreiterin in Sachen innovativer nachhaltiger und leistbarer Wohnbau wahr."
Für die drei Standorte wurde ein Baukastensystem entwickelt. Vorgefertigte Holzrahmen und Raummodule sollen es ermöglichen, unterschiedliche Wohnungstypen nach einem einheitlichen Raster zu errichten. Auch die Nasszellen samt Installationen werden vorgefertigt.
Bei den Materialien sollen unter anderem gebrauchtes Parkett und Altholz eingesetzt werden. Auch ausgehobene Erde soll auf den jeweiligen Grundstücken weiterverwendet werden. Informationen zu Bauteilen, Reparaturen und einer späteren Wiederverwertung werden in einem digitalen Zwilling erfasst.
"Leistbarer Wiener Wohnbau trifft Holzbau in Vorfertigung und Klimaschutz – mit einem flexiblen Baukastensystem, das auch für weitere Standorte und größere Anwendungen gedacht ist. 'Hertha' soll zeigen, dass geförderter Wohnbau gleichzeitig leistbar, architektonisch qualitätsvoll und ökologisch ambitioniert sein kann. Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne technische Innovation, sondern das Zusammenspiel von Systematisierung, Materialeffizienz, Energie, Freiraum und sozialer Nachhaltigkeit", erläutern die MIGRA-Geschäftsführer Alfred Petritz und Smajo Pasalic.
Für Heizung und Kühlung sind Wärmepumpen mit Tiefensonden vorgesehen. Auf den begrünten Dächern sollen außerdem Photovoltaikanlagen Strom erzeugen.
Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien, bezeichnet das Programm als Testfeld für neue Ansätze: "Der Laborcharakter ist ein wesentliches Merkmal des Bauträgerwettbewerbs. Im Rahmen des ersten Wiener WohnBAUMprogramms werden mehrgeschoßige, geförderte Wohnbauten in Holz- und Holz-Hybrid-Bauweise mit höchsten Energiestandards umgesetzt. Dadurch liefern wir innovative Ansätze, um klimafreundliche und kreislaufwirtschaftliche Prinzipien im Wohnbau nachhaltig zu implementieren."
Eines der drei Projekte ist "Hertha am Wasser" am Steinspornweg. Dort entstehen 15 geförderte Wohnungen, acht davon als SMART-Wohnungen. Geplant sind fünf einzelne Wohnhäuser und vier kleinere Gemeinschaftshäuser. Die Wohnungen haben zwischen einem und vier Zimmern und verfügen laut Projektbeschreibung über Balkone, Loggien, Terrassen oder Eigengärten.
Zusätzlich sind zwei vermietbare Gewerbeflächen vorgesehen. Gemeinschaftsgärten, Urban-Gardening-Flächen, Werkstätten und eine Gartenküche sollen von den Bewohnern gemeinsam genutzt werden. Bis zur Fertigstellung müssen sich Interessenten allerdings noch gedulden: Die drei Wohnprojekte sollen im zweiten Quartal 2028 fertig sein.