Wo heute Fernbusse ankommen und abfahren, könnte künftig Sport, Grün und Kultur einziehen: Die Wiener Volkspartei hat gemeinsam mit der HMA Architektur GmbH ein Nachnutzungskonzept für das Areal des internationalen Busterminals in Erdberg vorgestellt.
Der Terminal soll mit der geplanten Inbetriebnahme des neuen Fernbusterminals in der Leopoldstadt seinen bisherigen Zweck verlieren. Damit stellt sich die Frage, was aus der zentral gelegenen Fläche direkt bei der U3-Station Erdberg werden soll.
Der Standort ist bestens an den öffentlichen Verkehr und das hochrangige Straßennetz angebunden. Gleichzeitig ist das Areal heute stark von Verkehr, Versiegelung und räumlichen Barrieren geprägt. Rund um den Terminal befinden sich zudem zahlreiche Unternehmen – darunter TownTown, ÖAMTC, Wien Energie und die Wiener Stadtwerke. Im direkten Umfeld gibt es laut Konzept rund 7.000 bis 8.000 Arbeitsplätze.
Die Wiener ÖVP schlägt vor, die Fläche nach der Absiedlung des Busterminals neu zu nutzen. Besonders die Bereiche unter der Südosttangente sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Dort gibt es bereits teilweise witterungsgeschützte Flächen, die sich etwa für Sport- und Bewegungsangebote eignen könnten.
Das Konzept sieht Potenzial für frei zugängliche Sportflächen, neue Grünbereiche und Sitzmöglichkeiten. Auch kleinere Veranstaltungen und kulturelle Formate könnten unter der Tangente stattfinden. Der Standort soll dadurch nicht nur während der Arbeitszeit, sondern auch abends und am Wochenende belebt werden.
"Unser gemeinsames Konzept zeigt, welches Potenzial selbst in einem schwierigen Infrastrukturstandort steckt. Entscheidend ist, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen und gemeinsam mit dem Bezirk und den Menschen vor Ort die nächsten Schritte zu setzen", sagt Gemeinderätin Elisabeth Olischar, Verkehrs- und Planungssprecherin der Wiener Volkspartei.
Die neue Nutzung soll dabei nicht gegen die bestehende Infrastruktur geplant werden. Die A23 bleibt bestehen, ihre Auswirkungen lassen sich nicht einfach beseitigen. Stattdessen sollen die vorhandenen Bedingungen für neue Angebote genutzt werden.
Mehr Grünflächen, Bepflanzungen und Sitzbereiche könnten einen Kontrast zur stark versiegelten Verkehrsumgebung schaffen. Aus dem heutigen Transitraum soll so ein Ort werden, an dem Menschen Sport treiben, sich treffen, essen, Veranstaltungen besuchen oder einfach Zeit verbringen können.
Georg Mitterecker und Carolin Macher von der HMA Architektur ZT GmbH sehen darin Potenzial: "Die hervorragende Einbindung im Stadtgewebe eröffnet die Chance auf einem vielseitigen Zukunftsort der Stadt. Grünräume verleihen dem Ort neue Qualitäten, die einen attraktiven Stadtraum ausmachen. Und vielfältige Nutzungen erzeugen einen lebendigen urbanen Hotspot."
Noch ist das Busterminal nicht abgesiedelt. Die Wiener Volkspartei will die Diskussion über die Zukunft des Areals deshalb bereits jetzt anstoßen. Der Grundgedanke: Wenn die Busse weg sind, soll die Fläche nicht leer bleiben, sondern zu einem neuen Treffpunkt für Erdberg werden.