Er war einst vermögend, heute ist er mittellos. Mehr als 1,2 Millionen Euro verspielte ein Kärntner über die Jahre in einem Casino im slowenischen Kranjska Gora. Jetzt bekommt der spielsüchtige Akademiker zumindest einen Teil seines Geldes zurück, berichtet die "Kleine Zeitung". Vor Gericht einigten sich die Parteien auf 75.000 Euro – allerdings unter Vorbehalt.
"Ich habe in mancher Stunde 1.150 Euro verspielt", erzählte der Kärntner am Landesgericht Klagenfurt. Nachdem er in österreichischen Casinos gesperrt worden war, fuhr er jahrelang zum Glücksspiel nach Slowenien. In manchen Monaten reiste er vier- bis fünfmal nach Kranjska Gora. Dort saß er oft von Mitternacht bis sechs Uhr früh vor den Automaten, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Er verlor sein gesamtes Vermögen und lieh sich schließlich sogar Geld von Bekannten, um weiterspielen zu können.
Vor rund sechs Jahren klagte der Mann den slowenischen Casinobetreiber Hit d.d. Nova Gorica. Wegen seiner Spielsucht sei er nicht in der Lage gewesen, entsprechend seiner Einsicht in die Folgen des Glücksspiels zu handeln.
Für knapp 100 Casinobesuche zwischen Juli 2018 und September 2020 forderte er rund 250.000 Euro zurück. Zunächst scheiterte er vor dem Landesgericht Klagenfurt und dem Oberlandesgericht Graz. Erst der Oberste Gerichtshof hob die Urteile auf und verwies den Fall zurück nach Klagenfurt.
Dort forderte der Kärntner zuletzt 167.000 Euro Schadenersatz plus Zinsen und Gerichtsgebühren – insgesamt knapp 250.000 Euro. Die Casinobetreiber boten hingegen maximal 33.000 Euro. "Das ist jener Betrag, den der Kläger verloren haben könnte", erklärte Casino-Anwalt Rudolf Vouk, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. "Mehr geben die Aufzeichnungen unseres Mandanten nicht her."
Nach längeren Verhandlungen einigten sich die Parteien schließlich auf 75.000 Euro. Allerdings muss der Vorstand der Casino-Gesellschaft noch zustimmen.
Der jahrelange Rechtsstreit hatte den Kärntner offenbar zermürbt. Warum er dem Vergleich zustimmte, erklärte er vor Gericht mit bewegenden Worten: "Ich bin müde, ich habe keine Kraft mehr. Beenden wir das."