Während Österreich weiter unter einer Kältewelle steckt, macht die SPÖ in Niederösterreich Druck: Ausgerechnet das flächenmäßig große Bundesland hat als einziges kein Kältetelefon als zentrale Anlaufstelle für Notfälle in der Kälte.
Laut Initiative hält die Kälteperiode an – in der kommenden Woche seien in ganz Österreich Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu erwarten. Besonders gefährlich sei das für Menschen ohne Obdach. Aber auch Personen in schlecht isolierten Wohnungen oder mit kaputten bzw. nicht leistbaren Heizungen würden mit der Kälte kämpfen.
In acht von neun Bundesländern gibt es für solche Situationen ein Kältetelefon: Dort kann man anrufen, wenn man etwa obdachlose Menschen in akuter Not sieht – oder selbst Hilfe braucht. Mitarbeiter sollen dann ausrücken und Unterstützung leisten.
Niederösterreich sei hier die Ausnahme, kritisiert die SPÖ. "Die Kälte macht vor der Niederösterreichischen Landesgrenze nicht halt. Was in allen anderen Bundesländern selbstverständlich ist, sollte auch in Niederösterreich möglich sein. Das wäre eine gute Gelegenheit, parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen. Denn die nächste Kältewelle kommt bestimmt!", so der niederösterreichische SPÖ-Fraktionschef im Bundesrat Christian Fischer.
Auch Argumente, ein Kältetelefon lasse sich in einem Flächenbundesland nicht umsetzen, lässt die SPÖ nicht gelten. Martin Peterl, SPÖ-Sprecher für Einsatzorganisationen im Bundesrat, sagt dazu: "In anderen Bundesländern, etwa in Kärnten oder der Steiermark, funktioniert es auch. Der Weg der Menschlichkeit steht über allem! Wo der politische Wille da ist, da gibt es auch einen Weg!"
Konkret fordert die SPÖ eine zentrale Telefonnummer für ganz Niederösterreich, die Hinweise und Hilferufe entgegennimmt und rasch Hilfe vor Ort organisiert. So könnten Betroffene etwa in warme Notschlafstellen gebracht oder bei Angeboten wie dem Wohnschirm unterstützt werden – laut SPÖ müsse dabei auch der ländliche Raum abgedeckt sein.
Angestoßen wurde die Initiative demnach gemeinsam mit den SPÖ-Bundesräten und der SPÖ-Bezirksgeschäftsführerin in Lilienfeld, Anna Indra. Zum Abschluss betonen die drei: "Ein Kältetelefon kann Leben retten – das muss es uns allen Wert sein!"