Nach dem Aus der 3-Tage-Regel wird wieder genau hingeschaut: Wie stark steigen die Spritpreise tatsächlich zu Mittag? "Heute" hat am Dienstag in Linz den Check gemacht – mit einem überraschenden Ergebnis.

Am Vormittag, gegen 11 Uhr, kostete Diesel an einer Tankstelle an der Linzer Donaulände 2,019 Euro pro Liter, Super lag bei 1,739 Euro. Pünktlich nach 12 Uhr – dem Zeitpunkt, zu dem Preiserhöhungen wieder täglich erlaubt sind – wurde nachjustiert.
Allerdings fiel der Anstieg geringer aus als erwartet: Diesel verteuerte sich lediglich auf 2,029 Euro pro Liter, Super auf 1,769 Euro. Während viele Autofahrer mit kräftigeren Sprüngen gerechnet hatten, blieb es zumindest beim Diesel bei einer moderaten Erhöhung von nur einem Cent pro Liter. Bei Super fiel das Plus mit drei Cent etwas deutlicher aus.
Für Autofahrer macht sich selbst dieser kleine Unterschied bemerkbar: Wer einen 60-Liter-Tank füllt, zahlt beim Diesel rund 60 Cent mehr als noch am Vormittag, bei Super sind es bereits etwa 1,80 Euro zusätzlich.
Mit dem Ende der 3-Tage-Regel zeigt sich damit: Die Preise reagieren wieder schneller, auch wenn die Anpassungen vorerst überschaubar bleiben. Am Grundprinzip ändert sich jedoch nichts – wer sparen will, sollte weiterhin möglichst vor 12 Uhr tanken, denn danach wird es in vielen Fällen teurer.
Die OMV steigt unterdessen wie berichtet teilweise aus der staatlich beworbenen Spritpreisbremse aus und reduziert ihre Gewinnmarge bei Diesel nur um 2,8 statt der vorgesehenen fünf Cent pro Liter.
Der teilstaatliche Konzern beruft sich auf eine Klausel, wonach der Nachlass verringert werden darf, wenn der Gewinn zu gering ausfällt – trotz eines operativen Jahresgewinns von 4,6 Milliarden Euro. Experten erwarten dadurch einen Anstieg des Dieselpreises um rund 2,5 Cent pro Liter, was viele Autofahrer direkt spüren werden.
Politisch sorgt der Schritt für heftige Reaktionen: Die FPÖ spricht von einer "Farce" und fordert massive Steuersenkungen auf Sprit, während die SPÖ die OMV scharf kritisiert und die Einhaltung der Preisbremse verlangt. Besonders empört zeigt man sich darüber, dass ein Konzern mit Milliarden-Gewinnen die Entlastungsmaßnahme unterläuft. Die OMV steht damit im Zentrum eines neuen Polit-Streits rund um hohe Spritpreise und staatliche Eingriffe.