Ein Mitarbeiter der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) steht im Verdacht, Informationen über laufende Ermittlungen an die radikal-islamistische Muslimbruderschaft weitergegeben haben. Wie das "profil" am Mittwoch berichtet, wurde der Betroffene verhaftet und vom Dienst suspendiert.
Der mutmaßliche Maulwurf war dem Bericht zufolge für den Bereich Terrorismus zuständig und soll der islamistischen Gruppierung mitgeteilt haben, dass gegen sie ermittelt wird und teilweise auch, warum. Laut "profil" war eine Hausdurchsuchung bei dem Mann die Folge. Er sei mittlerweile auch zu den Vorwürfen befragt worden.
Konkret ermittelt wird nun wegen des Verdachts der nachrichtendienstlicher Tätigkeiten zum Nachteil der Republik Österreich. Der mutmaßliche Spion – es gilt die Unschuldsvermutung – hat nun mit einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft Wien zu rechnen. Seitens der Innenministeriums betont man gegenüber "Heute", dass es sich um einen Einfall handle und die internen Kontrollmechanismen gegriffen hätten.
"Die Person wurde im Rahmen dieser internen Kontrollmaßnahmen identifiziert, nachdem eine mögliche Verbindung zu einer unter Beobachtung stehenden Gruppierung festgestellt worden war. Der Bedienstete war seit mehreren Monaten in der DSN tätig. Der dienstzugeteilte Bedienstete hatte zu keiner Zeit Zugriff auf nachrichtendienstliche Informationen" hält das BMI in einem Statement fest.
Nach eingehender Beobachtung und Bewertung der Auffälligkeiten hätten sich konkrete Anhaltspunkte ergeben, "die eine vorläufige Suspendierung erforderlich machten".