Star-Kicker Janko: "Wäre gerne eine schwangere Frau"

In der ersten Folge der dritten Staffel von "Frauenfragen" spricht Ex-Fußballer Marc Janko mit Moderatorin Mari Lang über Feminismus, Familie und erklärt, warum Fußballerinnen und Fußballer nicht das selbe verdienen können.
In der ersten Folge der dritten Staffel von "Frauenfragen" spricht Ex-Fußballer Marc Janko mit Moderatorin Mari Lang über Feminismus, Familie und erklärt, warum Fußballerinnen und Fußballer nicht das selbe verdienen können.Mari Lang
Die dritte Staffel von "Frauenfragen", dem Podcast von ORF-Moderatorin Mari Lang, feiert heute Premiere. Den Auftakt macht Ex-Fußballer Marc Janko.

Der Name ist Programm: In ihrem Podcast "Frauenfragen" stellt Moderatorin Mari Lang Fragen, die Frauen zu hören bekommen. Beantwortet werden diese aber von Männern. Bei der Journalistin sprachen bereits Promis wie Christian Kern, Armin Assinger, EAV-Star Klaus Eberhartinger oder Robert Palfrader über ihre Outfits, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Angst vor dem Älterwerden. 

Gleichberechtigung fehlt am Platz

Heute startet die dritte Staffel des "besten feministischen Podcast des Jahres 2021". In der ersten Folge stellt sich Ex-Nationalspieler Marc Janko den "Frauenfragen". Der Kicker liefert Einblicke in sein Familienleben – was nicht immer rosig ist. "Ich habe ab und zu Momente, wo ich einen Stresspegel habe wie ein Kampfpilot unter Beschuss. Alle die sagen, es ist jede Sekunde erfüllend und total harmonisch, die lügen." Vom Begriff Feminist hält der 38-Jährige aber Abstand. "Ich tu mir mit dem Wort bissl schwer, weil es ins Extreme kippen kann. Ich würde mich als neutralen Menschen sehen. Feminist hat mittlerweile, wie ich finde, einen negativen Touch." 

Wenn man von einer Firmenbossin spricht, die die gleichen Aufgaben wie ein Firmenboss hat, muss sie gleich bezahlt werden. Das steht außer Frage. Im Sport ist es anders. Du kannst nicht sagen, dass die Frauen das gleiche verdienen dürfen wie die Männer, weil die Zusehermenge eine andere ist und der Markt ein komplett anderer ist." – Marc Janko

Gleichberechtigung ist dem Ex-Fußballer und Vater von zwei Töchtern dennoch wichtig. "Ich wünsche mir, dass auch sie die gleichen Chancen haben, um ihren Weg zu gehen." Beim Thema Fußball ist es laut Janko aber nicht ganz so einfach mit der Gleichberechtigung. "Wenn man von einer Firmenbossin spricht, die die gleichen Aufgaben wie ein Firmenboss hat, muss sie gleich bezahlt werden. Das steht außer Frage. Im Sport ist es anders. Du kannst nicht sagen, dass die Frauen das gleiche verdienen dürfen wie die Männer, weil die Zusehermenge eine andere ist und der Markt ein komplett anderer ist. Anders gesagt. Wenn es Frauensportarten gibt, wo viel mehr Leute zuschauen, dann dürfen die Männer auch nicht das gleiche verdienen." 

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Was den Ex-Kicker besonders nervt, ist das Thema Gendern: "Mein Vorschlag an die Allgemeinheit ist, dass man nur noch die Frauenform schreibt und ein Sternchen macht. Damit sind alle angesprochen." Apropos Frauenform: Im Interview verrät Janko: "Wenn ich tauschen könnte, würde ich gerne einen Tag lang eine schwangere Frau sein oder eine stillende Frau, weil man sich als Mann gar nicht vorstellen kann, wie sich das anfühlt."

RAF Camora, Gabalier und Bilderbuch als Wunschkandidaten

Neben Janko kommen in der neuen Staffel neun weitere prominente Männer zu Wort. "Es schafft ganz viel Bewusstsein, wenn man mit Männern über diese Themen spricht. Besonders, wenn es um Elternschaft geht. Männer haben da genauso eine tragende Rolle wie Frauen", erzählt Lang im Gespräch mit "Heute". Was die Autorin antreibt, den Podcast weiterzuführen, ist das positive Feedback. "Vor allem die positiven Rückmeldungen von Männern. Nach einer Lesung (Anm. den Podcast gibt es auch als Buch) kam ein Mann zu mir und meinte, dass er sich selbst immer als Feminist gesehen hat, aber ihm erst durch den Podcast bewusst geworden ist, was Frauen zu Hause eigentlich alles leisten."

"Ich würde gerne mit jüngeren Musikern sprechen. Zum Beispiel mit Bilderbuch oder Wanda. Ich würde ihre Perspektiven sehr spannend finden." - Mari Lang

Um strukturelle Veränderungen zu erreichen und neue Denkanstöße zu schaffen braucht es laut Lang ebenfalls noch mehr Leistung. "Unter der Oberfläche ist noch einiges zu tun." Wenn es nach der Moderatorin geht, kann das nur funktionieren, wenn Männer und Frauen mit genügend Selbstreflexion und Respekt auf Augenhöhe kommunizieren. In den neuen Folgen tut dies Lang mit Prominenten wie Leo Hillinger und Alfred Dorfer. Musiker Andreas Gabalier, der sich bisher weigerte die "Frauenfragen" zu stellen, ist auch in der neuen Staffel nicht mit dabei. "Die Einladung steht noch. Ich akzeptiere aber natürlich auch ein Nein."

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Abseits von Gabalier hat Lang aber noch ein paar Wunschkandidaten. "Ich würde gerne mit jüngeren Musikern sprechen. Zum Beispiel mit Bilderbuch oder Wanda. Ich würde ihre Perspektiven sehr spannend finden." Auch Rapper RAF Camora wäre der Moderatorin ein willkommener Gast. "Die Rap-Szene ist ja nicht gerade sehr frauenfreundlich. Ich würde gerne wissen, was hinter den coolen Sprüchen steckt."

Mari Lang wurde 1980 in Eisenstadt geboren. Die Journalistin und Autorin war ab 2001 auf FM4 zu hören und ab 2011 in ORF 1 zu sehen. Der erste Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 brachte den Blog "Geschichten aus der Krise" hervor. Seit 5. November 2020 gibt es ihren Podcast "Frauenfragen - der Podcast mit Mari Lang"zu hören. Die erste Folge der dritten Staffel ist ab heute verfügbar.

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