Ein starker Sonnensturm hat die Erde getroffen! Das bestätigt UBIMET-Meteorologe Nikolas Zimmermann auf der Plattform X. Erste Auswirkungen sind bereits in Deutschland am Himmel zu beobachten, stellenweise leuchten dort gerade Polarlichter. Auch in Österreich könnte sich in den kommenden Stunden ein spektakuläres Naturschauspiel zeigen.
"Ein starker Sonnensturm hat die Erde getroffen. Aktuell sind bereits in Norddeutschland Polarlichter sichtbar, sofern die Wolken es zulassen", schreibt Zimmermann. Zu sehen sind sie etwa auf Webcams im Sauerland, aber auch in Bayern am Berghaus Sonnenfels in Blickrichtung Nordwesten.
Für Österreich hat der Wetterexperte allerdings zunächst schlechte Nachrichten. "In Österreich ist es dagegen derzeit leider fast überall trüb. Später gibt es im Westen und Südwesten erste Auflockerungen."
Damit könnten vor allem Menschen in Vorarlberg, Tirol und Teilen Kärntens noch Chancen auf einen Blick auf die Polarlichter haben. Voraussetzung sind allerdings ausreichend starke geomagnetische Aktivitäten und ein möglichst wolkenfreier Himmel.
Wer das Naturschauspiel beobachten möchte, sollte einen möglichst dunklen Ort abseits der Stadtbeleuchtung aufsuchen. Mitunter lassen sich schwache Polarlichter mit einer Handykamera besser erkennen als mit bloßem Auge.
Doch Sonnenstürme sorgen nicht nur für beeindruckende Himmelserscheinungen. Sie können auch erhebliche Auswirkungen auf die technische Infrastruktur haben.
Eine im Fachmagazin "Nature" veröffentlichte Untersuchung stellt bisherige Annahmen über die Auswirkungen besonders extremer Sonnenstürme infrage. Die Forscher analysierten Messdaten aus 25 Jahren und kamen zu dem Ergebnis, dass die Reaktion des Erdmagnetfeldes auf besonders starke Sonnenwinde bisher unterschätzt worden sein könnte.
Brisant: Unter bestimmten Modellannahmen könnte die geomagnetische Reaktion bei extremen Ereignissen sogar ungefähr doppelt so stark ausfallen wie bisher angenommen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der aktuelle Sonnensturm doppelt so gefährlich ist. Die Untersuchung beschäftigt sich mit seltenen Extremereignissen, für die bisher nur wenige Messdaten vorliegen.
Bei besonders heftigen Sonnenstürmen können Satelliten, Navigationssysteme und Funkverbindungen gestört werden. Im Extremfall sind sogar Schäden an Stromnetzen und großflächige Stromausfälle denkbar.
Ausgelöst werden solche Ereignisse durch gewaltige Ausbrüche auf der Sonne. Dabei werden große Mengen elektrisch geladener Teilchen ins Weltall geschleudert. Treffen diese auf das Magnetfeld der Erde, können geomagnetische Stürme entstehen.
Für die Bevölkerung besteht durch den aktuellen Sonnensturm nicht automatisch eine unmittelbare Gefahr. Konkrete größere technische Schäden sind derzeit nicht bestätigt.