1.531-mal wurde 2025 ein Auto dort abgestellt, wo es nichts verloren hat: auf Straßenbahngleisen oder vor einer Bushaltestelle. Ein Ärgernis nicht nur für Straßenbahn- oder Buslenker, sondern vor allem für die Fahrgäste. Sie werden durch unachtsame Autofahrer ausgebremst, verlieren durch Verspätungen viel Zeit. Selbst nach Abschleppen des falschparkenden Fahrzeugs dauert es oft sehr lange, bis gewohnte Intervalle für die Fahrgäste wieder eingehalten werden können.
Stadt und Wiener Linien wollen weiterhin konsequent Falschpark-Hotspots entschärfen. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Der bekannte Falschparker-Hotspot in der Camillo-Sitte-Gasse im 15. Bezirk wurde 2025 umgestaltet. Seit dem Umbau im Sommer kann die Straßenbahnlinie 9 wieder zuverlässig unterwegs sein. Während im ersten Halbjahr 2025 noch 18-mal die Straßenbahn blockiert wurde, war dies seit dem Umbau nur mehr zwei Mal der Fall.
Statt Falschparkern finden sich in der Camillo-Sitte-Gasse nun Begrünung und breitere Gehsteige für eine bessere Lebensqualität. Die reine Beton- und Asphaltstraße wurde entsiegelt und mit 20 Hochsträuchern begrünt, sie werden im Frühjahr für bunte Beete sorgen. Insgesamt 500 Quadratmeter wurden umgebaut und größtenteils durch Grünflächen ersetzt, dazu kommen ein Trinkbrunnen und vier Sitzbänke zum Verweilen. "Ich freue mich über die Begrünung im Grätzl, die zusätzlich eine Beschleunigung für die Straßenbahn bringt", so Dietmar Baurecht (SP), Bezirksvorsteher von Wien-Fünfhaus.
"Wer falsch parkt und damit Busse oder Straßenbahnen blockiert, legt den öffentlichen Verkehr lahm und schadet Hunderten Fahrgästen – das ist rücksichtslos und inakzeptabel. Wir sehen, dass bauliche Maßnahmen gegen Falschparker wirken, die Zahlen an den Hotspots sind rückläufig. Wir werden weiter gegen Falschparker vorgehen, denn achtlos abgestellte Autos sind kein Kavaliersdelikt", sagt die zuständige Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SP) und kündigt weitere Beschleunigungsmaßnahmen für Bus und Bim für 2026 an.
Bewährt haben sich bauliche Umgestaltungsmaßnahmen auch in Wien Währing, wie z.B. beim Hotspot Kreuzgasse. Falsch abgestellte PKW konnten dort massiv reduziert werden. So gab es 2020 in Wien-Währing noch 363 falsch abgestellte Autos, im Jahr 2025 konnte dies auf 243 Vorfälle reduziert werden. Ein Rückgang von 33 Prozent.
Aber nicht nur bauliche Maßnahmen werden gesetzt, auch die Strafen für widerrechtlich abgestellte Autos werden 2026 angehoben. Statt bisher 365 Euro sind ab 1. Jänner 467 Euro zu berappen. "Eine Jahreskarte finanziert Mobilität für alle. Falschparken blockiert sie. Deshalb muss eine Strafe dafür denselben Preis haben – als klares Signal für Respekt und Verantwortung", erklärt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.
Generell gilt für Autofahrer: Die Betonplatten, auf denen die Gleise liegen, müssen immer frei bleiben. Zusätzlich sollten die Seitenspiegel eingeklappt werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet einfach eine Bim bzw. einen Bus ab. Oft reichen beim Einparken wenige Zentimeter aus, die der PKW zu weit vom Randstein entfernt steht, um die Weiterfahrt des Öffentlichen Verkehrs zu behindern.