Investor errichtet Zaun

Strand auf Kroatien-Insel gesperrt – wegen Investor

Auf der Insel Pag eskaliert der Streit zwischen Anwohnern und einem Investor. Ein ehemals frei zugänglicher Strand wird plötzlich abgesperrt.
Heute Life
14.02.2026, 12:30
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Auf der beliebten Insel Pag in Kroatien hat ein Zaun eine Welle der Empörung ausgelöst. In dem kleinen Ort Simuni protestieren Anwohner gegen die Abriegelung eines jahrzehntelangen öffentlichen Strandabschnitts, nachdem ein privater Investor den Zugang zu dem Küstenstreifen mit einem Metallgitter versperrt hat.

Seit Generationen nutzten Einheimische diesen Strand zum Baden und Erholen – doch nun sehen sich viele betrogen und ihrer Tradition beraubt. Vor Ort verteilten die Menschen Flugblätter und sammeln Unterschriften, weil ein öffentlich genutzter Küstenabschnitt nicht einfach zum Privatbesitz werden dürfe, berichten unter anderem das kroatische Portal "Morski" und die slowenische Zeitung "Vecer".

Strand war Teil eines Tauschgeschäftes

Tatsächlich schwelt der Streit bereits seit über 20 Jahren: Das betroffene Grundstück war im Rahmen eines Tauschgeschäftes in privaten Besitz gelangt – als Ausgleich für eine Fläche, auf der heute ein Fußballstadion steht. Während die Behörden betonen, dass alle Genehmigungen ordnungsgemäß vorliegen, sehen viele Dorfbewohner darin eine juristische wie moralische Ungerechtigkeit.

"Wenn wirklich alles dem Gesetz entspricht, dann müssen diese Gesetze überdacht werden", erklärte ein Teilnehmer der Proteste gegenüber lokalen Medien. Die Initiatoren einer laufenden Petition fordern daher einen sofortigen Baustopp und eine Rückgabe des Strandes an die Öffentlichkeit.

Suche nach Kompromissen

Hinter dem Projekt steht nach Angaben von Berichten das Unternehmen Adria Lux Projekt. Trotz gültiger Baugenehmigungen kritisieren Anwohner die Ignorierung ihrer Forderungen nach Freihaltung des Strandes.

Parallel zu den Protesten ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit rund zwei Jahren in diesem Fall – bislang ohne veröffentlichte Ergebnisse. Der neu gewählte Bürgermeister von Pag hat in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Investor angekündigt, um mögliche rechtliche Lösungen zu diskutieren, darunter einen weiteren Grundstückstausch oder Kompromisse für den öffentlichen Zugang.

Umkämpfte Küstenzugänge in Kroatien

Der Vorfall auf Pag reiht sich ein in eine Reihe von Auseinandersetzungen entlang der kroatischen Küste, bei denen Investorenprojekte und lokale Interessen kollidieren. Insbesondere in beliebten Badebuchten, touristischen Hotspots und auf kleineren Inseln führt der starke Nachfragedruck zu Spannungen zwischen Eigentümern, Investoren und Anwohnern – viele fordern Schutz vor "Verkauf der Küste" und Verlust traditionellen Zugangs zum Meer.

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