Wer regelmäßig viel Kaffee konsumiert, könnte gesundheitlich profitieren: Eine Studie der Universität Oulu in Finnland bringt hohen Kaffeekonsum mit einer günstigen Körperzusammensetzung in Verbindung. Demnach haben Personen, die viel Kaffee trinken, weniger gefährliches Bauchfett und mehr Muskelmasse als jene, die wenig oder keinen Kaffee trinken.
Insbesondere bei Männern zeigte die Untersuchung Zusammenhänge zwischen der aufgenommenen Kaffeemenge und einem höheren Testosteronspiegel sowie einem günstigeren Zuckerstoffwechsel. Die Forscher betonen jedoch, dass die Studie lediglich Zusammenhänge aufzeigt und keinen Beweis für eine Ursache-Wirkung-Beziehung liefert.
Das Team um Luca Verroest analysierte dazu die Daten von 2264 Personen im Alter von 46 Jahren aus der Nordfinnischen Geburtskohorte von 1966. Im Fokus stand der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum, Stoffwechselprodukten, Risikomarkern und Sexualhormonen.
Trotz vergleichbarem Body-Mass-Index wiesen Personen mit hohem Kaffeekonsum weniger Gesamt- und Viszeralfett sowie mehr Skelettmuskelmasse auf. Wer fünf Tassen oder mehr Kaffee pro Tag trank, hatte durchschnittlich einen geringeren Körperfettanteil (27,1 Prozent) als jene, die keinen Kaffee konsumierten (29,7 Prozent). Die Muskelmasse lag bei Vieltrinkern ebenfalls höher.
Bei beiden Geschlechtern war ein höherer Kaffeekonsum mit niedrigeren Konzentrationen von verzweigtkettigen Aminosäuren im Blut verbunden. Diese Biomarker stehen in Zusammenhang mit Insulinresistenz und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes.
Die stärksten geschlechtsspezifischen Effekte zeigten sich bei Männern: Ein hoher Kaffeekonsum korrelierte mit einem günstigeren Glukose-Insulin-Profil, höheren Testosteronwerten und mehr sexualhormonbindendem Globulin (SHBG). Gleichzeitig waren freies Testosteron sowie freie Androgene etwas niedriger. Bei Frauen waren die hormonellen Veränderungen weniger ausgeprägt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hormonelle Prozesse den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Stoffwechselgesundheit teilweise erklären könnten. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen die Befunde aber keine Aussagen über Kausalität zu.
Die Studie wurde im "European Journal of Nutrition" veröffentlicht. Millionen Menschen trinken täglich Kaffee, dennoch bleibt laut den Forschenden vieles über die Auswirkungen auf Stoffwechsel und Hormone unklar. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Zusammenhänge genauer zu verstehen.